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12.06.2017

WM ade, Koller was nun?

Realistisch muss man sagen: Die WM ist weg. Soll auch Koller weg?

Günther Pavlovics | über die Zukunft des Nationalteams

Die Chance auf die WM-Teilnahme ist vorbei. Rechnerisch kann zwar Österreich noch Gruppenzweiter werden, mit Glück sogar einer von jenen acht, die noch Play-off spielen dürfen. Rechnerisch lebt die Hoffnung, weshalb wohl bis zum September diskutiert werden wird, ob Teamchef Marcel Koller bleiben will, darf und soll. Wenn dann aber vielleicht in Wales die letzte rechnerische Chance weg ist, ist dann Koller endgültig weg?

Unternehmerisch vernünftiger wäre es, schon jetzt eine Entscheidung zu fassen. Realistisch muss man sagen: Die WM ist weg. Sportlich muss man fragen: Soll auch Koller weg? Ist man mit der Entwicklung unter dem Schweizer zufrieden und traut man dem Team wieder den Aufschwung zu? Tatsache ist, dass dem Nationalteam in dieser Qualifikation nur das Glück fehlt, das man in der erfolgreichen letzten hatte.

Man könnte diese Woche analysieren und nächstes Wochenende bei der Bundeshauptversammlung eine Entscheidung fällen. Leo Windtner, seit März nicht mehr Boss der Energie AG, wird oberster Fußballchef bleiben. Vor der Wahl zu seiner dritten Amtsperiode am Sonntag haben ihm die neun Landesfürsten mehr Mitsprache in Personalfragen abgerungen.

Marcel Koller als Teamchef war vor fast sechs Jahren vom Sportdirektor vorangetrieben worden. Jetzt reden wieder Funktionäre mit in Personalentscheidungen. Über Kollers Zukunft sollte man so schnell wie möglich entscheiden.