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24.03.2017

Wiedergutmachung?

Die Fußballfans in Österreich sind ein schwer zu begreifender Menschenschlag.

Günther Pavlovics | über das ÖFB-Team und seine Fans

Die Fußballfans in Österreich sind ein schwer zu begreifender Menschenschlag. Fast 20.000 kamen gegen Mattersburg, obwohl Rapid die letzten sechs Partien davor nicht gewonnen hatte. 20.000 Karten waren bis Donnerstag verkauft worden für das heutige Länderspiel gegen Moldau. Aber so grottenschlecht haben Alaba und Kollegen auch wieder nicht gespielt im Jahr 2016. Sicherlich ist einiges an Luft nach oben, um an schon gezeigte Leistungen anschließen zu können.

Aber offensichtlich sind die Fans zutiefst beleidigt, weil die Spieler bei der Europameisterschaft die hohen Erwartungen nicht erfüllt haben. Diese Erwartungen wurden durch eine erfolgreiche Qualifikation geschürt.

Es gibt westlich von Österreich kaum vergleichbare Länder, in denen die Fans so schnell daheimbleiben, wo der Anhang gar so erfolgsabhängig ist. Im September 2015 war das Happel-Stadion noch bummvoll, der Gegner hieß Moldau. Österreich war auf Kurs Richtung Frankreich.

In Zeiten wie damals war ein Nationalstadion wieder zum Thema geworden. Die Verfechter eines solchen Projekts tun sich aber schwer, wenn es im Jahr nur vier Heimspiele gibt. Und wenn dabei sogar das alte Happel-Stadion nur zur Hälfte gefüllt werden kann.

Aber wenigstens die Bundesliga hat Vertrauen ins Team: Wegen der Vorbereitung auf die WM 2018 beginnt das nächste Liga-Frühjahr bereits am 3. Februar.