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30.08.2017

Hymnisch

Dann kann im Land der Berge schon nach neuen Söhnen für die Wüsten-WM 2022 in Katar gesucht werden.

Wolfgang Winheim | über die kritische Lage in der WM-Qualifikation

"Unsere ÖFB-Damen haben eindrucksvoll gezeigt, warum die Bundeshymne umgeschrieben wurde", sagte Fußball-Präsident Leo Windtner euphorisch, als er im Wiener Rathaus beim Fest der Spielergewerkschaft die Trophäe für die "Frauschaft des Jahres" an die EM-Bronzemedaillengewinnerinnen überreichte. Zugleich mehren sich im Vorfeld des WM-Qualifikationsspiels gegen Wales die Stimmen, wonach sich die Herren Stars hinsichtlich Einsatz und Leidenschaft gefälligst die Damen zum Vorbild zu nehmen haben.

Einspruch: Fehlende Laufbereitschaft wird nicht Grund für ein mögliches Scheitern sein. Dazu ist sich Marcels Kollers Legionärstruppe des Ernstes der Lage zu sehr bewusst. Vielmehr kommt’s darauf an, wie man den 100-Millionen-Euro-Stürmer Gareth Bale in den Griff bekommt. Zudem können neben dem großen Star Kleinigkeiten entscheiden.

Wenn nach Fehlpassorgien ein Glückstor zum Auswärtssieg in Cardiff gelingt, darf von der ersten WM-Teilnahme nach 20 Jahren geträumt werden. Wenn Österreich trotz hervorragender Leistung durch einen abgefälschten Freistoßball in letzter Minute verliert, dann werden Arnautovic und Co. die Buhmänner sein. Dann kann im Land der Berge schon nach neuen Söhnen für die Wüsten-WM 2022 in Katar gesucht werden.

PS: Die kickenden jungen Töchter haben soeben in einem U-17-Länderspiel völlig unerwartet Deutschland mit 1:0 besiegt.