Kolumnen | Anstoss
09.11.2016

Es lebe nicht der Sport

Die Stadt Wien bewies gestern mit viel Bürokratie einmal mehr, dass bei ihr der Sport im Abseits steht.

Sportstadt Wien. Ein Slogan, der jeder Beschreibung spottet, da er in der Realität immer wieder von den handelnden Personen widerlegt wird. Unbestritten, Wien besticht in erster Linie mit Tradition, Historie und viel Kultur, weshalb auch Millionen von Touristen gerne in die lebenswerte Hauptstadt Österreichs reisen.

Umgekehrt ist aber auch hinlänglich bekannt, dass sich Initiativen für Kinder- und Jugendsport bis zu einer möglichen Umsetzung in Wien durchaus zäh und langwierig gestalten können (siehe tägliche Turnstunde). Ebenso kein Geheimnis ist, dass die Spitzensport-Infrastruktur in Wien in vielen Fällen dermaßen unzeitgemäß ist, dass die Hauptstadt nicht einmal den Zuschlag für eine Mikado-EM erhalten würde. Von einem Endspiel in einem der großen Fußball-Bewerbe ganz zu schweigen, da wurde man von osteuropäischen Ländern mit modernen Arenen in großen Städten schon längst überholt.

Aber dass man ausgerechnet dem Fußball-Nationalteam, in dessen Windschatten man sich im Erfolgsfalle so gerne mitziehen lässt, vor einem wichtigen Spiel amateurhafte Trainingsbedingungen anbietet, versetzt einen in neuerliches Staunen. Wien ist anders. Dieser Werbeslogan jedenfalls stimmt immer wieder. Leider.