über eine ÖSV-Krise
01/12/2015

Bumerang

von Wolfgang Winheim

Hirscher kann sich Kritik am Imperium leisten

Wolfgang Winheim | über eine ÖSV-Krise

Nur ein Wimpernschlag entschied das Duell der Doppelstaatsbürger. Der Deutsche Fritz Dopfer, dessen Mama Tirolerin ist, war um ein Hundertstel schneller als Marcel Hirscher, der noch den niederländischen Pass daheim im Ladl liegen hat. Zum ersten Dopfer-Sieg reichte es wegen des Italieners Stefano Gross trotzdem nicht im Schweizer Slalom-Krimi. Bald einmal aber wird sicher wegen Dopfer die deutsche Hymne gespielt werden. Und spätestens dann werden alle fragen, warum denn der ÖSV den Stamser Ski-Gymnasiasten zum deutschen Verband ziehen ließ.

Anders als beim Vorarlberger Marc Girardelli, in dessen Stammbaum nichts Richtung Luxemburg gezeigt hatte und der trotzdem für Luxemburg 46 Weltcupsiege plus 13 WM- und Olympiamedaillen einfuhr, lag Dopfers Verbandswechsel nahe. Weil Dopfers Vater waschechter Bayer ist und der Junior beim DSV bessere Aufstiegschancen sah. Das war 2007, als in Österreich kaum ein Junger auf einen WM-Platz hoffen durfte, zumal es mit Raich, Matt, Pranger, Herbst, Schönfelder ein Überangebot an Slalom-Champions gab.

Just zu dieser Zeit, sagt Hirscher, seien entscheidende Fehler gemacht worden, die nun dem schuldlosen neuen Chefcoach Puelacher auf den Kopf fallen. Hirscher kann sich Kritik am Imperium leisten. Heute kaschiert allein er mit unglaublicher Konstanz die Torlauf-Krise. Und den Dopfer würden sie im Tiroler ÖSV-Hauptquartier mit Handkuss nehmen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.