über den österreichischen Medaillenneid
02/14/2017

Irr(regulär)

von Wolfgang Winheim

Den Hausherren und ihrem Publikum ist die Medaillenflut zu gönnen.

Wolfgang Winheim | über den österreichischen Medaillenneid

Fünfte Medaille für den ÖSV zur WM-Halbzeit! Werden die Österreicher den hohen Erwartungen von Franz Klammer gerecht, dann müssten es bis Sonntag doppelt so viele werden. Klammer holte 1974 in St.Moritz Kombi-Gold, nachdem ihm der legendäre Toni Sailer (als Rennsportleiter) und der gnadenlose Trainer Charly Kahr Bindung und Schuhe extrem zugeschraubt hatten, um mit aller Gewalt ein vorzeitiges Slalom-Ausscheiden des damals erst 20 Jahre alten Abfahrtspezialisten zu verhindern.

1974 wurden die Resultate von Abfahrt, Slalom und Riesenslalom noch zusammengezählt. Ab 1982 (Schladming) gibt es ein eigenen Kombi-Bewerb. Immer wieder wurde seither gegen die Kombination polemisiert. Und immer wieder stellte sich danach heraus, dass die Allrounder-Disziplin sehr wohl auch ihre Reize hat. Vor allem aus Sicht derer, die sie erfolgreich zum Goldschürfen nützten. Das war bei der WM 2015 Marcel Hirscher. Und das sind aktuell die Schweizer.

Auch wenn der Kombi-Slalom im Frühjahrssulz weniger irre spannend, sondern eher irregulär (u.a. für den Abfahrtsbesten Romed Baumann) war: Den Hausherren und ihrem Publikum ist die Medaillenflut zu gönnen. Und dass nicht nur, weil der Schweizer Damenchef (Hans Flatscher) und der Trainer von Beat Feuz (Sepp Brunner) Österreicher sind. Vielmehr tut’s dem Image der selbstverliebten Ski-Nation Nummer 1 ganz gut, gegenüber den Eidgenossen nicht die Neidgenossen zu spielen.

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