über Beißer Suárez
06/28/2014

Fette Beute

von Philipp Albrechtsberger

Ein Spiel, und auch eine Kontaktsportart, muss eine exakte Grenze ziehen können.

Philipp Albrechtsberger | über Beißer Suárez

Noch nie zuvor hat die Tat eines Fußballers für mehr Empörung gesorgt als der Biss von Luis Suárez. Das mag am Tatort liegen. Die WM ist die größte Bühne, die der Fußball seinen Stars baut. Viel eher liegt es aber an den Nebenschauplätzen, die ein Weltsport – bewusst und/oder unbewusst – miterschafft. In der digitalen Parallelwelt einer globalen Massenveranstaltung führen Zynismus und Hysterie Regie.

Ebenfalls unappetitlich, aber kaum einzudämmen.

An der Richtigkeit der Sperre für Luis Suárez durch den Fußball-Weltverband (vier Monate von allen fußballerischen Aktivitäten) ändert das dennoch nichts. Ein Spiel, und auch eine Kontaktsportart, muss eine exakte Grenze ziehen können: zwischen brutal und unmenschlich. Außer Kraft gesetzt ist damit das Argument, wonach jeder Tritt schädlicher ist für eine Fußballer-Karriere als ein Biss; jeder angewinkelte Ellbogen in einem Kopfballduell gefährlichere Folge haben kann für Leib und Leben als eine Spuckattacke.

Nun wittern nicht nur Vermarkter fette Beute dank Beißer Suárez, sondern auch die Fußball-Manager. Der FC Barcelona hat den talentierten Stürmer seit geraumer Zeit auf der Wunschliste und will nun den Kaufpreis für den unbeliebten Täter drücken.

Betriebswirtschaftlich clever, moralisch fatal. Eine Distanzierung stünde einem Klub von Welt besser zu Gesicht. Wie lautet doch noch schnell das Motto der stolzen Katalanen: "Mehr als ein Verein."

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