über die EURO 2016
06/27/2016

EM 2016 – ein verdammt langes Experiment

Mit dem Achtelfinale beginnt diese EM so richtig. Tatsächlich? Vielleicht hätte man auf dieses Achtelfinale auch verzichten können.

von Bernhard Hanisch

Man hat nach knapp zweieinhalb Wochen den Eindruck, diese EM könnte zu einem Kaugummi werden

Bernhard Hanisch | über die EURO 2016

Man müsse sich schon besonders dämlich anstellen, hieß es vor EM-Anpfiff, um den Aufstieg in das Achtelfinale nicht zu schaffen. Das erstmals von 16 auf 24 Teilnehmer aufgeblähte Starterfeld wurde gefundenes Fressen für die Kritiker. Langweilig, vor allem ein Fall für mathematisch Begabte, wenn es darum geht, die Paarungen unter Berücksichtigung der vier besten Gruppendritten richtig in den Achtelfinal-Raster zu gießen.

Gefordert wurde gar die EM mit 32 Nationen. Weil für untalentierte Rechner watscheneinfach, also aus 32 in der Gruppenphase werden 16, dann acht, bis irgendwann ein Finale stattfindet.

Achtelfinale. Wie gesagt, eine lächerliche Selbstverständlichkeit. Sportlich betrachtet keine Herausforderung für Länder, die halbwegs Klasse besitzen, oder sich dies zumindest einbilden. Überhaupt als Österreicher sollte man seit ein paar Tagen vorsichtig sein mit derartigen Einschätzungen.

Dennoch, man hat nach knapp zweieinhalb Wochen den Eindruck, diese EM könnte zu einem Kaugummi werden. Eine mächtige Blase, zu lange gezogen, zu fad, die Schärfe einer zügigen Entscheidungsfindung ging verloren. Das Turnier klebt in einer neu geschaffenen Zwischenrunde fest.

Sicherlich Pech, dass sich die beiden Zugänge ins Finale so unterschiedlich gestalten. Aber bei der erhöhten Anzahl der Teilnehmer auch nicht ganz zufällig. Egal, wer daran teilnimmt, unbestritten nagt die Einführung dieses Achtelfinales an der Spannung. Mehr Spiele, die beispielsweise Kroaten und Portugiesen erlauben, sich bis spät in die Nacht auf taktischer Ebene zu zerschnetzeln, während Nordiren und Waliser Millionen von Zuschauern vergessen lassen, wo sie überhaupt hinschauen. Auf eine Europameisterschaft, auf den Wettkampf der Besten. Eigentlich.

Die UEFA hat bereits ihre Klubbewerbe als Geschäft verstanden. Ganzjahresfußball. Fast pausenlos. Und dann 51 EM-Spiele am Ende einer langen Saison – noch 2012 waren es um 20 (!) weniger – das ist inflationär. Der Fußball im Überangebot verliert seine Aufmerksamkeit, zumindest wichtigste Nebensache der Welt zu sein.

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