Alles Balletti: Warum nicht?

Alles Balletti: Warum nicht? © Bild: KURIER/Boroviczeny

Die Versuchung ist tatsächlich groß, sich dem hierzulande allseits beliebten Vorwurf der "Nestbeschmutzung" schuldig zu machen.

Österreich sollte gegen die Türkei verlieren. Damit endlich Schluss ist mit den Spekulationen, damit sich endlich etwas bewegt in der zauderhaften Personalpolitik des ÖFB. Die Versuchung ist tatsächlich groß, sich dem hierzulande allseits beliebten Vorwurf der " Nestbeschmutzung" auszusetzen. Natürlich muss es ungebrochen bleiben, das Tabu, der eigenen Nationalmannschaft eine Niederlage zu wünschen. Doch die Gefahr ist andererseits groß - einem eventuellen Sieg könnte der hierzulande ebenfalls sehr beliebte "Alles-ist-wieder-gut"-Reflex folgen. Im grundsätzlich schlechten Fall der Niederlage wäre in der augenblicklichen Situation die Beurlaubung des Teamchefs - ausgesprochen von welcher Seite auch immer - die logische Konsequenz. Natürlich nur ein Zeichen vorerst, bis der Nachfolger von Dietmar Constantini so rasch wie möglich präsentiert wird. Franco Foda vielleicht? Verhandlungssache. Andreas Herzog? Vertrauenssache. Otto Rehhagel? Der Kandidat für Nostalgiker. Christoph Daum? Der Dynamiker, der den Verfechtern der Bewegungslosigkeit im Verband vielleicht dann doch etwas zu beweglich erscheint. Der KURIER verzichtet auf die Nennung der ohnehin nicht greifbaren Prominenz, bringt einen gewissen Marco Pezzaiuoli ins Spiel. Nur ein Prototyp, eine (noch) namenlose Alternative, ein Vertreter aus der jungen deutschen Trainergeneration. Warum einem nicht die Chance geben, der akribisch arbeitet, der unbeeinflusst ein klares trainingsspezifisches wie taktisches Konzept durch sämtliche Altersklassen zieht. Und der dies alles mit klaren Worten zu erklären weiß. So, dass es auch die Journalisten, wir Trotteln, kapieren.

Erstellt am 05.12.2011