Free influenza vaccination programme in Vienna

© REUTERS / LISI NIESNER

Leitartikel
11/17/2021

Inflation: Corona muss weg

Eine Impfpflicht wird enorme Proteste hervorrufen. Die werden noch viel größer sein, wenn die wirtschaftlichen Langzeitfolgen der Krise nicht unter Kontrolle gebracht werden.

von Wolfgang Unterhuber

Die Preise steigen und steigen. Die Nervosität der Bürgerinnen und Bürger tut es auch. Für Heizöl muss man um rund 60 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr, für Treibstoffe ein Drittel.

Freilich: Vor einem Jahr war Lockdown, und die Wirtschaft war allgemein im Keller. Aber die 3,7 Prozent Inflation im Oktober sind in Österreich dennoch der höchste Wert seit 13 Jahren. Dazu kommen die schlechten Nachrichten in Sachen Covid und die Folgen für die Wirtschaft.

Die Wintersaison droht zu kippen, bevor sie begonnen hat. Gastronomie und Hotellerie schlagen Alarm. Nicht nur in den Wintersportorten, sondern generell. So könnte hierzulande der Fall eintreten, dass in einigen Branchen das Wachstum wieder Richtung null geht – bei gleichzeitig steigenden Preisen. Denn die Energiepreise werden auf dem Weltmarkt gemacht.

Wirtschaft besteht bekanntlich zur Hälfte aus Psychologie. Doch an der Kommunikation jener Institutionen, die gerade jetzt beruhigend wirken sollten, ändert sich seit Monaten wenig bis gar nichts. Kein Grund zur Sorge, heißt es in Brüssel und Frankfurt. Das Problem sei nur vorübergehend. EU-Kommission und Europäische Zentralbank wollen keine Panik schüren.

Aber ihre gebetsmühlenartigen Floskeln beschwichtigen auf eine Weise, die Misstrauen erzeugt. 4,1 Prozent betrug die Inflationsrate in der Eurozone zuletzt. Das ist mehr, als viele Experten erwartet hatten.

Das erfordert eine mutige politische Reaktion. Auf europäischer Ebene wie auf nationaler. Denn es gibt kaum ein wirtschaftliches Thema, das für populistischen Stimmenfang so gut geeignet ist wie die Furcht vor der schleichenden Enteignung durch steigende Preise.

Hierzulande nutzen FPÖ, SPÖ und Gewerkschaften die „Gunst“ der Stunde bereits. Abwechselnd und im Wochenrhythmus fordern sie Steuergeldgeschenke für untere Einkommensschichten oder  einen Preisstopp bei Strom.

Sie sind damit nicht allein. So geistert in Deutschland seit Jahr und Tag das Gespenst eines Mietpreisdeckels herum. Das haben schon – kein Witz – die alten Römer versucht. Erfolglos. Wer etwas von Wirtschaft versteht, weiß, dass solche Ideen das Inflationsproblem noch nie gelöst haben.

Aktuell liegt die Lösung aber auf der Hand. National wie international. Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden. Und zwar durch eine Impfpflicht. Am besten gleich EU-weit. Denn die Wirtschaftskrise im Vorjahr sowie ihre Langzeitfolgen wie die jetzige Inflation wurden – und werden – ja künstlich erzeugt. Durch Lockdowns.

Das ist aber keine Dauerlösung. Schon klar: Eine Impfpflicht wird enorme Proteste hervorrufen. Die werden aber noch viel dramatischer sein, wenn die wirtschaftlichen Langzeitfolgen der Krise nicht unter Kontrolle gebracht werden. Corona muss weg!

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