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Meinung
08/08/2020

Getrübte Badefreuden am Wiener Gürtel

Das Projekt zeigt: Es geht gar nicht ums Miteinander, sondern bloß um Polit-Taktik.

von Christoph Schwarz

Der rot-grüne Wahlkampf-Gag vom Pop-up-Pool hätte ein spannendes soziales und stadtplanerisches Experiment werden können:

Wie fühlt es sich an, inmitten einer der meistbefahrenen Straßen Wiens zu baden?

Schafft ein kleiner Pool etwas Verbindendes zwischen zwei Bezirken, die unterschiedlicher kaum sein könnten?

Hätte die gesperrte Gürtelkreuzung wirklich für Verkehrschaos gesorgt?

Und was sagt all das über unser Verständnis von öffentlichem Raum?

Die verantwortlichen Bezirkschefs – auf der einen Gürtelseite ein Roter, auf der anderen ein Grüner – haben sich diese Chance selbst genommen.

Noch bevor das Projekt zeigen kann, ob es etwas kann, denken sie laut darüber nach, den Pool auch nächstes Jahr aufzustellen, die Zahl der Fahrspuren dauerhaft zu reduzieren und die Kreuzung für immer zu sperren.

Das ist Stadtplanung mit der Brechstange. Und es ist – an einem neuralgischen Verkehrsknoten – auch ziemlich fahrlässig.

Das Projekt ist demaskiert: Es geht gar nicht ums Miteinander, sondern bloß um Polit-Taktik. Schade.

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