Viele Angestellte wollen auch nach Covid-19 im Homeoffice arbeiten

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Kommentar
09/18/2020

Geht's noch? Homeoffice-Regeln kommen, wenn das Homeoffice vorbei ist

Ein Arbeitskreis der Arbeitsministerin mit den Sozialpartnern will bis März 2021 neue Regeln vorlegen. Bis dahin werden aber Pandemie und Homeoffice wohl vorbei sein.

von Bernhard Gaul

Bundeskanzler Kurz bat kürzlich die Arbeitsministerin Christine Aschbacher und die Sozialpartner, das Arbeitsrecht zu modernisieren, damit es den neuen Gegebenheiten wie dem Homeoffice gerecht wird. Dass das notwendig ist, wird jedem klar sein, der nicht mehr im Büro ist, sondern daheim arbeiten muss.

Rund zehn Prozent der Arbeitnehmer nutzten laut Arbeitsministerin Aschbacher schon vor der Krise die Möglichkeit, daheim arbeiten zu können. Durch Corona hat sich die Zahl vervierfacht, derzeit sollen rund 40 Prozent im Homeoffice sein.

Aber dann: Beim Gipfel Aschbachers mit den Sozialpartnern am Freitag wurde voll ernsthafter Freude darüber berichtet, dass nun Arbeitsgruppen installiert werden und erste Ergebnisse mit Ende des Q1 2021, also im März, bekannt gegeben werden. Wir sprechen hier offenbar nicht von Gesetzen, sondern von einer Bestandsaufnahme, was das moderne Arbeitsrecht so brauchen könnte. Bis März, so die berechtigte Hoffnung, könnte aber alles wieder vorbei sein, Pandemie und Homeoffice-Bedarf.

Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis?

Na geht’s eh noch? Ist das Schlafen in der Pendeluhr bei unseren Regierenden zur Regel geworden? Wir brauchen jetzt Regeln zur Arbeitszeit, zur Sicherheit am Arbeitsplatz daheim, wer für was aufkommen muss, wer Druckerpatronen zahlen muss, wer den Scanner und wer den Computer und das Internet zahlen sollte, wer bei Unfällen eigentlich haftet und vieles mehr.

So kompliziert ist das nicht. Hubertus Heil, Aschbachers Ressortkollege in Berlin will schon im Herbst Gesetze vorlegen. Warum geht das bei uns nicht?

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