Meinung | Bodyblog
27.02.2016

Strala Yoga für Unkomplizierte

. © Bild: KURIER/Gilbert Novy

Ohne strenge Posen und Eso-Kram ist Yoga gar nicht so übel. Wie unkonventionell Strala Yoga ist und dennoch denselben Zweck erfüllt.

Den herabschauenden Hund mochte ich noch nie. Mit den Füßen und Handflächen auf dem Boden macht man mit dem Körper ein verkehrtes V, der Po ist nach oben gestreckt. Innerhalb kürzester Zeit tun mir die Schultern weh oder es zieht in den Beinen und ich mag schon nicht mehr.

Leider kommt der Hund beim Yoga wirklich oft vor – beim Vinyasa, Hatha, Bikram und wie sie nicht alle heißen. Und deshalb bin ich kein Fan von Yoga, auch wenn andere noch so sehr schwärmen.

Strala Yoga ist anders. Es ist nicht der nächste Möchtegern-Hit auf der Yoga-Trendwelle. Die Erfinderin Tara Stiles (ein ehemaliges Model) wird gerne als Yoga-Rebellin bezeichnet. Die New Yorkerin pfeift auf die strengen Regeln zu den Positionen und die spirituelle Philosophie dahinter. Von den ach so friedlichen Yogis hagelt es Kritik – dafür wird sie von der Fitnesswelt gefeiert.

Strala Yoga, Wien 23.02.2016 © Bild: KURIER/Gilbert Novy

Nur eine Regel

Statt Klangschalen und Mantras gibt es moderne Musik. Zwar sind die Bewegungsabläufe ungefähr dieselben wie beim klassischen Yoga, allerdings führt sie jeder so aus, wie sie sich gut anfühlen. "Ihr seid die Experten für euren Körper", sagt meine Trainerin Lisa (www.ingoodshape.at, Probestunde um 10 €). Die einzige Regel ist, dass sich jeder seine eigenen Regeln macht.

Statt krampfhaft zu versuchen, meinen Körper in unmögliche Verrenkungen zu biegen, mache ich die Posen so, wie sie für mich angenehm sind. Anstrengend ist es trotzdem, aber nicht mehr unbequem. Und vor allem muss ich links und rechts nicht mehr schauen, wie es die anderen "richtig" machen. Weil jeder die Pose so durchführt, wie sie sich gut anfühlt.

Das gilt auch für den herabschauenden Hund: Ich biege abwechselnd ein Bein ab und wippe mit der Hüfte hin und her. Geht doch. Scheint, als wäre ich doch noch auf den Hund gekommen.

Fazit:

Für Yoga-Skeptiker und alle mit Revoluzzergeist. Statt sich dogmatisch an strenge Posen zu halten, darf man hier auf seinen Körper hören – und fühlt sich der spirituellen Grundidee viel näher.

Fun:

Schweiß:

Effekt: