Meinung | Bodyblog
18.03.2017

ChiRunning – Laufen ohne Füße

Wie ich im Takt mit einem Metronom laufen und trotzdem die Geschwindigkeit ändern kann.

Ich folge meinem natürlichen Schwung und laufe ohne Füße.

Mag. Laila Daneshmandi | über ChiRunning

Kleine Kinder machen es automatisch: Wenn sie laufen, kippen sie mit dem Körper nach vorne und setzen einen Fuß vor den anderen, um nicht auf die Nase zu fallen. ChiRunning funktioniert nach demselben Prinzip – es geht darum, möglichst energieeffizient zu laufen und sich dabei nicht zu verletzen.

Die meisten Erwachsenen haben mit der Zeit falsche Bewegungsmuster antrainiert. Diese gilt es, wieder loszuwerden. Nach dem Motto "Needle in a Cotton" – also wie eine Nadel in Watte – bleibt der Rumpf gespannt und alles andere locker. ChiRunning-Instructor Christian Decker gibt mir eine Einführung in den Kurs (135 €/Person, www.laufleicht.at): Zuerst üben wir im Stehen die richtige Haltung – Füße hüftbreit, lockere Knie, Hüfte in einer Linie mit Knöchel, Wirbelsäule lang machen – und spüren in unseren Dantian hinein. Dieser bezeichnet im TaiChi und Qigong den energetischen Schwerpunkt, der knapp unter dem Nabel in der Körpermitte sitzt.

Dann stellen wir uns hinter eine Parkbank und kippen den Dantian leicht nach vorne, die Gliedmaße bleiben aber watteweich. Ohne die Stütze der Bank geht die Bewegung direkt ins Laufen über: Ich folge meinem natürlichen Schwung, ohne die Füße extra anzustrengen oder mich mit ihnen abzustoßen. Christian spricht daher vom "Laufen ohne Füße".

Statt mit Musik zu laufen, wird beim ChiRunning empfohlen, ein Metronom zu verwenden, das den Takt vorgibt. Der bleibt unabhängig von der Geschwindigkeit immer gleich. Wie das funktioniert? Wer schneller laufen will, kippt weiter nach vorne – dadurch werden die Schritte größer und man ist schneller. Kinder machen das so. Und wer genau schaut, sieht das auch bei Profi-Läufern.

Fazit:

Für große Kinder und alle, die sich das Laufen erleichtern wollen. Der US-Erfinder Danny Dreyer will mit ChiRunning nicht nur die Körperhaltung positiv verändern, sondern auch die innere Haltung soll sich dadurch verbessern.

Fun:

Effekt: