Rugby Union Donau Wien: Tranieren mit Flüchtlingen.

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Integration durch Interaktion

Wie beim Sporteln mit Flüchtlingen Berührungsängste abgebaut und gemeinsame Werte aufgebaut werden.

von Laila Docekal

04/02/2016, 06:00 AM

Sich in einem fremden Land, dessen Sprache man noch gar nicht beherrscht, zurechtzufinden, ist schwierig genug. Noch schwieriger ist es, in einen Alltag zu finden, geschweige denn einen neuen Freundeskreis. Bei all den Diskussionen rund um Integration und Werte wird ein Bereich völlig unterschätzt: Gemeinsames Sporteln schafft viel mehr als jeder Kurs und jede Broschüre.

Ein paar vorbildliche Beispiele gibt es dafür schon: Im Rugbyteam ohne Grenzen spielen Herkunft, Größe und Gewicht keine Rolle – beim Training gibt es keine Sprachbarrieren. Dafür erfordert der Vollkontaktsport ein hohes Maß an Disziplin, Fairness und Toleranz. Das setzt sich nachher beim gemeinsamen Kochen, Plaudern und Essen fort. Hier entstehen Freundschaften.
Um Teamgefühl auf Augenhöhe geht es auch beim Wiener Sportklub, der unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge zum Kicken einlädt. Ein letztes Beispiel: Im Shaolin Tempel Austria lernen Flüchtlinge die Kunst des Tai-Chi und Kung-Fu. Mit den Bewegungsabläufen üben die Männer und Frauen, ihr Chi in Fluss zu bringen.
Wie wichtig Sport für die Integration ist, sehe ich selbst bei ein paar irakischen Mädchen, mit denen ich immer wieder etwas unternehme. Eines ihrer ersten Worte auf Deutsch war: Schwimmen. Sie lieben es, im Wasser zu planschen – nur haben sie nie gelernt zu schwimmen. Unsere Badeausflüge sehen so aus, dass sie auf mir draufhängen und vergnügt mit den Beinen strampeln. Das nächste Ziel ist also ein Schwimmkurs – und nebenbei wird Deutsch gelernt.

Nelson Mandela hat es einmal schön zusammengefasst: "Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Er hat die Kraft, Menschen zu vereinen, wie es sonst nur weniges kann. Sport kann Hoffnung erwecken, wo vorher nur Verzweiflung war."

Fazit

Sport hat keine Sprache, Sport verbindet. Trainingsangebote für Flüchtlinge fördern nicht nur die Integration, sie vermitteln Werte und ganz nebenbei unterstützen sie das Lernen der Sprache. Und auch die anderen Teilnehmer haben etwas davon: Ihnen öffnen sich Türen zu neuen Welten.

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