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© KURIER/Gerhard Deutsch

Qigong für die Augen
11/26/2016

Qigong für die Augen

Wie ich gelernt habe, das Gesicht des Drachen zu klopfen – und die Augen zu trainieren.

von Laila Daneshmandi

Wer das Gesicht des Drachens klopft, legt sich nicht mit der Schwiegermutter an.

Mag. Laila Daneshmandi | über Qigong für die Augen

Wir machen Bauch-Bein-Po-Übungen und gehen laufen, um den Körper zu stählen – unsere Augen müssen währenddessen immer funktionieren. Dabei werden auch sie von Muskeln gesteuert, die sich trainieren lassen. Denkt man an die viele Bildschirmarbeit, die starren Blicke ins Handy und an die starke Zunahme von Fehlsichtigkeit, ist so ein Training mehr als gerechtfertigt.

Johannes Benker ist Qigong-Lehrer und hat sich unter anderem darauf spezialisiert, energetische Prozesse in und um die Augen anzuregen (15€/h, www.shambhala.at). Seine Übungen befreien zwar nicht von der Brille, aber sie helfen dabei, die Augen bei der Bildschirmarbeit nicht zu überanstrengen – kleine Übungen zwischendurch beugen gegen Müdigkeit und Kopfweh vor. Dazu gehört etwa, in einer Minute so oft wie möglich zu blinzeln – das befeuchtet und reinigt die Augen. Auch Gähnen entspannt den Kopfbereich und regt die Tränendrüsen an.

Den Phönixschwanz streicheln

Die Augenübungen aus dem Hui Chun Gong (Verjüngungsübungen der chinesischen Kaiser) haben originelle Namen wie den Phönixschwanz streicheln – also die Handballen von den äußeren Augenwinkeln mit Druck zu den Ohren schieben. Wenn es heißt, den himmlischen Teich pflegen, wird der Nacken wechselweise mit den Händen ausgestreift. Und wer das Gesicht des Drachens klopft, legt sich nicht mit der Schwiegermutter an, sondern tippt mit den Fingerspitzen um die Augen, weiter vom Haaransatz bis nach hinten und massiert die Ohren von außen nach innen.

Zum Kurs gehören auch Augenübungen aus dem Shaolin, wie etwa die Blätter an einem Baum zu zählen (so lange es derzeit noch welche gibt). Oder abwechselnd für ein paar Sekunden ein Objekt in der Nähe und dann eines in der Ferne fixieren. Die Übungen sind einfach umzusetzen und bringen viel – zwar keine sichtbaren Muskeln, aber dafür entspannte Augenblicke.

Fazit:

Für Durchblicker und alle, die mehr Weitblick wollen. Die Übungen stärken und entspannen nicht nur die Augenpartie – die Augen sind die Tore zur Seele. Wer seine Scheuklappen los wird, kann neue Sichtweisen erlangen.

Fun:

Effekt: