Meinung | Bodyblog
25.03.2017

Kosmetik aus der Küche

Wie ich meine Pflegemittel selbst gemixt und meinen Bedürfnissen angepasst habe.

So bestimme ich nicht nur, was in drin ist, sondern kann die Creme auch nachträglich anpassen.

Mag. Laila Daneshmandi | über selbstgemachte Kosmetik

Es ist oft gar nicht so einfach, den vielen bunten Tuben und Tiegeln in den Geschäften zu widerstehen. Die stylischen Designs und aufwendigen Verpackungen schreien förmlich Kauf mich! Nachdem meine Haut aber stärker auf die Inhaltsstoffe reagiert als auf Marketing-Schmähs, verbringe ich beim Kosmetik-Einkauf die meiste Zeit damit, das Etikett zu checken. Und da ich keine Chemikerin bin und das meiste Fachchinesisch nicht verstehe, arbeite ich nach dem Ausschlussprinzip: Keine Mineralöle, keine Parabene und keine Schaumbildner wie Sodium Laureth Sulfate. Das kostet erstens Zeit und zweitens ist das leider noch lange kein Garant, dass so manche dieser in Verruf geratenen Inhaltsstoffe nicht doch unter anderem Namen oder in ähnlicher Form im Produkt versteckt sind.

Gut, dass beim allgegenwärtigen Selbermacher-Trend auch Kosmetik hoch im Kurs steht. Petra Loley zeigt seit 20 Jahren vor, wie sich jeder seine Pflegemittel selbst machen kann, und mixt sogar 300 Euro teure Cremen um wenige Euros nach. Ob Kaviarextrakt oder Algenöl – die Inhaltsstoffe in ihrem Laden in der Wiener Josefstadt unterscheiden sich nur durch die Etiketten. In Kursen lernt man, wie sich daraus Cremen, Seifen, Make-up oder Parfums mixen lassen (Kurse inkl. Produkte ab 60 €, www.kosmetikmacherei.at).

Wie einfach das geht, probiere ich aus: Jede Creme besteht aus einer Fettphase, einer Wasserphase und einer Wirkstoffphase. In wenigen Minuten mische ich eine ausgleichende Tagescreme mit Traubenkernöl, Hamameliswasser und hautberuhigenden Wirkstoffen. Wie meine Pflege riecht, kann ich mir selbst aussuchen. So bestimme ich nicht nur, was in meiner Kosmetik drin ist, sondern kann sie auch nachträglich anpassen, wenn sie mir etwa zu trocken oder zu fettig ist. Nicht nur das: Auch die Wahl der Tuben und Tiegel liegt in meiner Hand.

Fazit:

Für Selbermacher, Experimentierfreudige und alle, die selbst bestimmen wollen, was in ihren Produkten drin ist, statt sich auf Marketing-Gags zu verlassen. Das kommt nicht nur günstiger, sondern befreit auch vom Konsumwahn.

Fun:

Effekt: