Das Warten hat ein Ende

Das iPhone ist mein ständiger Begleiter.

Es weckt mich, erinnert mich, lässt mich telefonieren und Nachrichten lesen. Als ob diese Abhängigkeit nicht schon genug wäre, spiele ich mit dem Gedanken ein
iPad zu erstehen - wäre da nicht die Vernunft und die Frage: Wozu?

Mein Tag verläuft meist folgendermaßen:

Der klassische Ton des iPhone-Weckers reißt mich aus den Träumen. Als
leidenschaftlicher Anhänger der Schlummer-Funktion, wiederholt sich
dieses Szenario im Zehn-Minuten-Takt meist dreimal, bis ich mich
unterwürfig dem Wecker geschlagen gebe und in Richtung Dusche trotte.
Es ist kurz vor acht - ich muss Nachrichten hören. Mit einem Finger
wähle ich die Radio fm4-Applikation auf meinem iPhone und lausche. Es
ist halb neun, ich bin angezogen - jetzt kommen die deutschsprachigen
Nachrichten auf fm4. Musik, Kaffee und schon bin ich am Weg zur
Busstation. Im Bus habe ich den Arm um die Haltestange gelegt,
denn so habe ich beide Hände frei, um Nachrichten auf meinem iPhone zu
lesen.

Wenn ich etwas auf der Straße sehe, das der Verewigung wert erscheint,
zücke ich den Colt für alle Fälle (mein iPhone) und fotografiere
darauf los. Besonders gute Fotos sende ich per sms, umgehend an Freunde
weiter. Die Erinnerungsfunktion läutet - jemand hat Geburtstag - ich
rufe sofort an und wünsche alles Gute.

Es ist Abend, ich verlasse die Redaktion und telefoniere mit meinem
iPhone. Zuhause angekommen drehe ich meinen Laptop auf, checke Emails,
lade die Fotos hoch und schreibe im besten Fall an meiner Diplomarbeit.

Am Freitag ist es soweit: An diesem Tag ist der offizielle Österreich-
Verkaufsstart des iPads. Aber: Was genau werde ich wohl damit machen - Bücher lesen?

(kurier) Erstellt am
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