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16.11.2016

Kupferdachl küsst Feuerpatschen

Blog Nr. 1149: Neulich bei der Eröffnung der Ausstellung Rot von Helmut Mitter in der Wiener Galerie am Park. Natürlich war es ein Schurkenstück: Das Porträtbild von der Wand zu nehmen (ohne weiße Spezialhandschuhe) und dann auch noch zu liebkosen. Doch ich konnte nicht anders. Und natürlich habe ich das nicht nur mit einem Augenzwinkern gemacht. Ich gebe das offen zu: Ich war gerade stolz auf mich. Ein Mal im Leben Model, Teil einer gelungenen Ausstellung sein zu dürfen, das fühlt sich schon gut an. Die Selbstliebe ist ein Hund, sie lässt sich auch nur schwer steuern.

Lauter rothaarige KURIER-Leser_innen

Eine Freude hatte ich aber nicht nur mit mir, sondern auch mit all den KURIER-Leser_innen, die zahlreich zur Vernissage erschienen waren. Gar nicht wenige fanden sich an den Wänden der kleinen Galerie wieder. Als Fotografierte. Und das Schöne war auch: Alle, mit denen ich reden konnte, waren gut gelaunt. Vielleicht lag das auch daran, dass Helmut Mitters Projekt zum Schmunzeln anregt. Endlich mal was Nettes, endlich mal keine bad news. Der Effekt wirkte allerdings nur kurz. Als ich am nächsten Tag in der Früh aufwachte, wurde brandaktuell der Sieg von Trump in Ohio gemeldet. Das Lachen kann einem auch schnell wieder vergehen.

Erinnerungen an meinen Theaterausflug

Doch bald kehrte das Lachen wieder zurück, wenigstens bei mir. Der Theaterregisseur Jakub Kavin hat mir Fotos von seiner ProduktionWir Hüngerkünstler_innengeschickt. Auch bei ihm hatte ich neues Terrain betreten dürfen. Die Bühne. Bei drei Proben und acht Aufführungen durfte ich Teil des Ensembles sein. Durfte aus meinem BuchDie Armen von Wien. 13 Sozialreportagendrei Passagen vorlesen, während das Ensemble in dazu passenden Szenen zu sehen war. Und am Ende durfte ich mit den fast dreißig Darsteller_innen den Applaus der zahlreich erschienenen Leute entgegen nehmen. Und wieder, ja, erfüllte mich Freude.

Die Armen von Wien: Buch wird nachgedruckt

Zufrieden bin ich auch, dass meinArmen-Buchnur einen Monat nach der Buchpräsentation nachgedruckt werden muss. Nein, falsch, nachgedruckt werden kann. Das ist gut. Denn es sollen ruhig mehr Menschen erfahren, dass der Reichtum in einer der lebenswertesten und reichsten Städte der Welt nicht mit allen geteilt wird, dass auch nicht jede/r Anspruch auf die in Wien viel gerühmte Fürsorge hat. Und hier noch meine nächsten öffentlichen Auftritte:Heute Abendgemeinsam mit dem Musiker Gottfried Gfrerer, am kommenden Mittwoch in derHauptbücherei, am 9. Dezember in der BuchhandlungThalia in Wien 3sowie vom 12. bis zum 17. Dezember im Radio, auf Ö1, in denGedanken für den Tag, jeweils vor dem Morgenjournal um 7 Uhr.