Was zählt schon Engagement?!

Wenn 150 Jugendliche zwei Tage lang gratis und freiwillig zugunsten anderer Kinder arbeiten...

Ob - exquisites - Essen, Getränke aller Art oder das reichhaltige Kulturprogramm mit Größen wie Karl Markovics und Willi Resetarits oder dem jungen Gewinner_innentrio des Nachwuchsbewerbs Prima la Musica in der Sektion Klassik (Anna Haschke, Hannah Eisendle und Benjamin Tabatabai) - alles lief wie am sprichwörtlichen Schnürchen. Auch wenn es dafür hin und wieder des einen oder anderen heftigeren Handyfonats Verantwortlicher bedurfte. Gut 1000 Gäste wurden am Samstag im Hotel Savoyen (Rennweg, Wien-Landstaße) zu deren Zufriedenheit verköstigt - kulinarisch und als Hirnnahrung mit gesprochener, gesungener und musizierter Kultur. Die ersten Mitarbeiter_innen betraten das Hotel um 6.30. Die letzten verließen es nach Mitternacht. Und tags zuvor hatten auch schon Dutzende vieles vorbereitet. Insgesamt hackelten rund 150. Jugendliche. Schülerinnen und Schüler. Denn die hatten alles organisiert, vor- und zubereitet und sich um die Gäste gekümmert. Und das ohne auch nur einen Cent dafür zu kassieren. Freiwillig. Die meisten jedenfalls (für einige war's Teil ihres Maturaprojekts, aber auch dafür hatten sie sich selbst entschieden).

Strahlend

Die meisten strahlten noch dazu mehr oder minder übers ganze Gesicht. Selbst wenn die nächsten Lehrkräfte weit, weit weg waren, gaben sie von sich, dass ihnen dieser Job, von dem viele durchaus zugaben, dass es ganz schön anstrengend sei, den ganzen Tag reinzuhackeln, Spaß mache. Warum? Zum einen vielleicht weil sie praktisch umsetzen können, was sie sonst in der Schule oft nur lernen oder üben. Und weil sie Sinn in dieser Anstrengung sehen. "Wir können damit Kindern helfen" Solchen, die in Indien in Hitze und Staub Steine klopfen, damit hierzulande feine Grab- oder Pflastersteine ankommen. Je mehr Geld aufgetrieben wird, desto mehr dieser Kinder können schrittweise von diesem Joch befreit werden und kriegen die Chance, was lernen zu dürfen.

Nicht so einfach

Achja, gar nicht so einfach, solch eine positive Geschichte entsprechend in klassischen Medien unterzubringen. Aber wehe, wenn auch nur sagen wir ein halbes Dutzend Jugendlicher sich ins Koma gesoffen oder sich gar geschlagen hätten, dann würd die Story überall und ausführlich "gespielt"… Aber so haben ja mehr als 12 Dutzend Jugendliche "nur" zwei Tage lang intensivst gearbeitet, um Dutzenden Kindern Schulbesuch zu ermöglichen…PS: Wir schreiben derzeit übrigens das "Europäische Jahr der Freiwilligen - Tätigkeiten für aktive Bürger_innen-Beteiligung"

Erstellt am 05.12.2011