Mehr Platz für Talente!?

"Klein gegen Groß" oder "Die große chance" - hoffentlich kommen nun endlich mehr Positiv-Meldungen über Kinder und Jugendliche

Simone Schmidt zertrümmerte fast so viele Steine mit der Hand wie der österreichische Gewichtheber Matthias Steiner, der für Deutschland Olympia Gold geholt hatte. Fiona Minet hielt sich mehr als doppelt so lang mit beiden Armen von der Sprossenwand weggestreckt wie der deutsche Turn-Weltmeister Fabian Hambüchen. Lotta Schmitz wiederum hörte aus Haushaltsgeräten klarer Töne heraus als die acht Mitglieder der Band "Söhne Mannheims". Vielleicht noch faszinierender in der TV-Show "Klein gegen Groß" (ARD) sind jene Kinder, die mit Wissen schlaue Erwachsene ausbremsten. Ob der erst sechsjährige Kilian Pfaffhausen, der deutlich mehr Länder der Erde an ihren Landesgrenzen erkannte als der berühmte TV-Quizmaster Günther Jauch. Oder Jana Vijayakumaran (14), die klar mehr Verse von Goethes Faust kannte als Fernseh-Literaturprofessor Hellmuth Karasek. Und selbst die deutsche TV-Fußballanalyse-Legende Marcel Reif hatte das Nachsehen gegenüber dem Jungens-Duo Philip Krzykala und Semi Güler was Torszenen der letzten Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika betraf. Diese Kids zeigten dankenswerterweise wieder einmal, wie schlau, geschickt und sportlich viele von ihnen sind, was in der "heutigen Jugend" steckt. Schön, dass manche Medienformate diese Talente vor den Vorhang holen. Nicht nur diese. Der ORF erweckt "die große Chance" wieder zum Leben. Einzelne engagierte Leute, haben solche Formate - live und ohne Kameras - immer wieder gepflegt. Ob die einstige "kleine Chance", später umbenannt in "Showbox" oder Star-t (über das Finale haben wir erst kürzlich berichtet), ob Projekte in Schulen gemeinsam mit (Theater-)Profis oder außerschulisch (vom Musischen Zentrum bis zum Wiener Kindertheater) oder Teenage-Rockstar, ob auf ganz anderer Ebene Bewerbe wie "Jugend innovativ", die beste Erfindungen und wissenschaftliche Projekte Jugendlicher prämiieren oder jener der Junior Firmen im wirtschaftlich-kreativen Bereich - Plattformen für geschickte, sportliche, schlaue, engagierte Kids gibt's viele. Wär schön, wenn die Zunahme solcher TV-Formate dazu beitragen würde, dass sämtliche Medien diesen positiv Beispielen von dem was Kinder und Jugendliche können, mehr Platz einräumen würden. Mehr als den negativen Meldungen über saufende oder gewalttätige Kids.

Erstellt am 05.12.2011