Rückblick

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TriStar 1-100-10

Die frohe Botschaft ist, dass ich das Ziel erreicht habe. Zwischenzeitlich hatte ich nämlich schon daran gezweifelt. Mit dem 13ten Gesamtrang kann ich nicht wirklich zufrieden sein, aber es ist ein Ergebnis auf dem man aufbauen kann. Immerhin war es der erste volle Wettkampf nach meiner langen Verletzungspause. Aber nun ein paar persönliche Eindrücke zum Rennverlauf: Der Start war wie immer chaotisch, da bei den Profis immer diskutiert wird, wo denn exakt die Startlinie ist. Obwohl einige Athleten weit vor der Linie standen, gab es plötzlich vollkommen unerwartet das Startsignal. Zum Schwimmen ist zu sagen, dass es mir aufgrund fehlender Rennpraxis oder mangelndem Glück nicht gelungen ist, mich an eine schnelle Gruppe anzuhängen und ich deshalb alleine schwimmen musste. Ich wollte auf den 1000 Metern nicht mehr als 1 Minute verlieren. Das ist mir nicht ganz gelungen. Der schnellste Schwimmer aus den späteren Top 10 ist nach exakt 13 Minuten aus dem Wasser gestiegen, während ich 14:28 benötigt habe. Beim Wasserausstieg glaubte ich ursprünglich, dass ich nicht so schlecht geschwommen bin. Als ich bei den Räder von den ersten 20 Startnummern nur noch 2 Räder sah, wovon eines mein eigenes war, dachte ich, dass ich vielleicht doch nicht so schnell war :-(. Die erste konkrete Meldung bezüglich des Zwischenstandes bekam ich von einem Freund, als ich aus der Wechselzone fuhr und er mir zuschreien konnte, dass ich an 30ster Stelle liege. Der erste Abschnitt der Radstrecke nach der Wechselzone führte auf ca. 3 km Länge konstant bergauf. Ich fuhr zwischen 360-380 Watt und überholte bereits auf den ersten 10 km Gegner um Gegner. Dann lies ich ein bisserl nach und versuchte meinen Rhythmus zu finden. Leider war die Strecke sehr selektiv, eng und kurvig. Allesamt Kriterien, die mir eigentlich nicht so liegen. Nach ca. 25 km kam der 5 km lange Anstieg nach San Salvador mit durchschnittlich 7 % Steigung. Genau so, wie ich es liebe. Ich fuhr ca. 2 Minuten auf die Leute, die mit mir in den Anstieg hinein gefahren sind, bis oben heraus. Da ich aber aus verschiedensten Gründen (1. Gegenverkehr; 2. eng und 3. sehr gefährlich) wie eine alte Oma wieder herunter fuhr, ist das eingetroffen, was ich mir schon bei der Streckenbesichtigung gedacht habe: Wenn du bergab nicht voll fährst, kannst du das Loch zur Spitze einfach nicht schließen. Ich habe auf die beste Radzeit von Norman Stadler ca. 6 Min verloren, wenn man bedenkt, dass ich sicher 4 Min am Berg verloren habe, bin ich mit meiner Leistung zufrieden. Beim Absteigen vom Rad meldete sich wieder meine Bandscheibe. Ich konnte mich überhaupt nicht aufrichten und schlich durch die Wechselzone. Nach einigen Dehnversuchen rannte ich dann los und nach dem ersten katastrophalen Kilometer konnte ich mich dann zwischen 3:45-3:50 einpendeln. Ich muss einfach einsehen, dass wenn ich länger in Aeroposition fahre, ich mich einfach nicht mehr so schnell aufrichten kann. Mit etwas zeitlicher Distanz zum Rennende und einem kurzen Resümee des Rennverlaufs im Bierkönig habe ich mit meiner Performance Frieden geschlossen und bin ich schlussendlich doch mit meiner Leistung halbwegs zufrieden. Wichtige Erkenntnis ist, dass ich nach 3 Monaten Lauftraining noch nicht stabil genug bin und mir darüber hinaus die Tempohärte fehlt. Denn selbst wenn ich das Loch zu Norman Stadler geschlossen hätte, wäre eine bessere Platzierung nicht drinnen gewesen, da die Spitze einfach viel schneller läuft als ich. Um möglichst rasch meine Leistungsgrenzen nach oben zu verschieben, ist jetzt gleich wieder ein 2-wöchiges Höhentrainingslager geplant. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. ;-)

Erstellt am 05.12.2011