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über die Wiederentdeckung des Leinöls
10/12/2014

Bio-Leinöl

von Ingrid Teufl

Im Mühlviertel wurde der Lein jahrhundertelang angebaut.

Mag. Ingrid Teufl | über die Wiederentdeckung des Leinöls

Leinsamen streut sich der Gesundheitsbewusste zwecks positiver Eigenschaften für den Darm schon lange ins Müsli. Zu herb-nussigem Öl gepresst, finden die braunen Samen erst seit einigen Jahren wieder mehr Zuspruch. Vor allem wegen der äußerst hochwertigen Zusammensetzung aus ungesättigten Fettsäuren (z. B. Omega 3). Bis in die Nachkriegszeit galt das Öl dort, wo es in großen Mengen verfügbar war, sogar als ein Grundnahrungsmittel.

Das obere Mühlviertel ist so eine Gegend. Rund um den Bezirk Rohrbach, wurde "der Lein" über Jahrhunderte hinweg großflächig angebaut. Schließlich war er in der Weberei-Region ein wichtiger Rohstoff. Doch mit dem Niedergang der Textilindustrie reduzierte sich auch der Lein-Anbau und damit die Leinöl-Produktion. Erst in den vergangenen Jahren besinnen sich immer mehr Bauern auf die alte, regionale Tradition. Denn die Leinpflanze findet im rauen Mühlviertler Klima optimale Wachstumsbedingungen vor. Viel altes Wissen rund um Anbau, Ernte und Verarbeitung ging jedoch verloren.

Judith und Günther Rabeder wollten dem Lein auf ihrem Bio-Hof in Niederwaldkirchen wieder mehr Platz einräumen – "wie’s halt früher war". Auch wenn der Anfang eher schmerzhaft war: "Das Ernten ist alles andere als eine kuschelige Angelegenheit." Weil sie Wert auf hochwertige, heimische Produkte legen, pressten sie aus den Leinsamen hochwertiges Speiseöl (100 ml/5,50 €) – schonend – auf einer Stempelpresse. Bald wurde die Produktion um Mohnöl (100 ml/6,50 €) und Rapsöl (100 ml/4,90 €)erweitert und das Projekt "farmgoodies" gegründet. Im Februar 2014 holte ihr Leinöl bei der "Ab Hof"-Messe zum zweiten Mal in Folge die Goldmedaille und den Titel "Ölkaiser".

Raus aus der Anonymität

Der Hintergrund der "farmgoodies": "Wir wollen die landwirtschaftlichen Produzenten ins Rampenlicht rücken und uns der Anonymität des Rohstoffes verwehrt." Der Bauer steht dabei als Vertrauensmensch.

Um die Rohstoffqualität das ganze Jahr über zu halten – das Öl wird alle drei Wochen frisch gepresst –, liefern mittlerweile neun regionale Landwirte ihre Erzeugnisse und vermarkten die Öle und Samen unter dem "farmgoodies"-Logo. Eine Rarität ist das Hanföl (100 ml/6,90 €), das derzeit entsteht und in etwa vier Wochen frisch erhältlich sein wird.

Bezugsquellen

Judith und Günther Rabeder, Am Emerberg 12, 4174 Niederwaldkirchen. Info: 07231/33555. Erhältlich im Onlineshop und in diversen Spar-Märkten im Mühlviertel und OÖ. Eine Liste aller Vertriebspartner finden Sie hier. In Wien z. B. bei etagere (7., Lindeng. 20, Di-Fr 12-19 h) erhältlich.

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