Meine Trainerin ist Schuld!

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über sein Intervall-Training
03/28/2013

Meine Trainerin ist Schuld!

von Erwin Zbiral

Ich kann es schon nicht mehr erwarten, die letzten Meter hinter mich zu bringen und keuche wie eine veraltete Dampf-Lokomotive

Erwin Zbiral | über sein Intervall-Training

Dieses Mal hat sich meine Trainerin etwas Lustiges ausgedacht: ein Intervall-Training. Im Gegensatz zu letzter Woche, wo ich 5 mal 1 Kilometer in 4:40 Minuten laufen sollte, sind es dieses Mal plötzlich 1,2 Kilometer in 5:12 Minuten (also 4:20/km). Die Strecke wurde also um schlappe 20% verlängert und die Geschwindigkeit um 1km/h erhöht. Am Dienstag war ich absolut nicht in der Stimmung, dieses Experiment zu wagen, aber heute bei Sonnenschein habe ich mich der Aufgabe gestellt. 4:20 ist sehr schnell für mich, nach dem Test am Laufband wurde für mich die anaerobe Schwelle bei 4:17 errechnet. Über die anaerobe Schwelle gibt es viele wissenschaftliche Artikel und komplizierte Theorien, einfach ausgedrückt beginnt hier einfach der rote Bereich: Man kann zwar schneller laufen, aber nicht sehr lange! Nach 15 Minuten einlaufen schaffe ich die ersten 1,2km in 5:16 und bin ziemlich außer Atem. Nach zweieinhalb Minuten traben darf ich es noch einmal versuchen: Der blanke Ehrgeiz (und ein wenig Rückenwind) treiben mich zu 4:57. Na bitte, geht doch! Beim dritten Versuch kann ich es schon nicht mehr erwarten, die letzten Meter endlich hinter mich zu bringen: 5:07, aber ich keuche wie eine veraltete Dampflokomotive. Nach zweieinhalb Minuten traben (eigentlich ist es ein Schlurfen, bei dem ich die Füße kaum mehr hebe) bin ich immerhin wieder soweit, es anzugehen. Bei diesen vierten 1,2 Kilometern stellt sich mir jedoch die Sinnfrage in der klassischen Variante: "Warum tust du dir das an?" Weil ich ko bin und mich die Frage nervt, ziehe ich mich auf die einfachste Argumentationsform zurück und spiele Opfer: Nicht ich tue mir das an, Marietta ist die Schuldige! Endlich im Ziel nach 5:08. Nun muss ich nur noch einmal, ein einziges Mal an meine Grenzen gehen: "Komm schon", versuche ich mich in der letzten Einheit zu pushen, "andere laufen einen ganzen Marathon in diesem Tempo." Ich bemühe mich, kann aber das vorgegebene Ziel nicht ganz erreichen: statt 5:12 benötige ich 5:17. Trotzdem, ich habe es geschafft. Das anschließende Auslaufen, das 25 Minuten benötigt, bin ich bester Stimmung. Und jetzt noch immer ziemlich ko.

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