Die Vermessung des Körpers

Erwin Zbiral, 46, KURIER-Marathon-Blogger © Bild: kurier

Die Fettpölsterchen werden vermessen! Die Fettpölsterchen!

Erwin Zbiral | über den Fitness-Check

8 Uhr, Olympiazentrum Südstadt. Ich hatte noch nicht einmal einen Kaffee. Romana, ebenfalls Marathon-Bloggerin ist schon hier. Wir plaudern ein wenig. In ein paar Minuten sollen wir gewogen, gemessen, geprüft und als für den Marathon tauglich befunden werden. Sportmedizinische Untersuchung nennt sich das. Na ja, denke ich mir, lassen wir es auf uns zukommen. Und so schlimm war es dann gar nicht. Als erstes wurde ich einmal gewogen und gemessen - die Assoziationen an ein Versuchstier ließen sich nicht ganz unterdrücken, verschwanden aber bald wieder, da die Mitarbeiterinnen hier wirklich sehr nett sind. Dann folgte der sogenannte fuctional movement screen, bei dem die Balance zwischen Beweglichkeit, muskulärem Gleichgewicht und Stabilität beurteilt wurde. Mit durchschnittlich 2,57 Punkten bei einer Höchstnote von 3 habe ich hier sehr zufriedenstellend abgeschnitten. Bezüglich Gleichgewicht könnte ich mich noch verbessern!

Nun folgt die schwerste Prüfung (besonders für eitle Menschen). Die Fettpölsterchen werden vermessen! Die Fettpölsterchen! An 10 verschiedenen Körperstellen vom Gesicht bis zur Wade. Also mir wäre es lieber, man würde die Muskelberge messen ;-) aber man kann es sich nun einmal nicht aussuchen. Nachdem ich das hinter mich gebracht habe, gibt mir die Ärztin aber den Rat, meinen Körperfettanteil nicht noch weiter zu reduzieren, sonst könnte mein Immunsystem darunter leiden. Ja, und das ist die gute Nachricht für alle Langstreckenläufer und jene, die es noch werden wollen: Mit jeder Stunde, die Sie laufen, sparen Sie ca. 3 Stunden, die Sie sonst mit dem Lesen von Diätbüchern, dem Zählen von Kalorien und dem zubereiten von komplizierten Fastenspeisen verbringen. Das ist echt ein Gewinn. Man hat selten die Gelegenheit zu so einem guten Deal. Sie sollten es sich überlegen!

Anschließend wurde ich verkabelt und auf ein Ergometer gesetzt. Während ich in die Pedale trat, wurde der Blutdruck gemessen und der Widerstand erhöht. Anstrengend, anstrengend, aber auch dies hatte seine gute Seite: Den Saunabesuch für diese Woche habe ich mir erspart! Das nenne ich Effizienz! Nach der harten Arbeit im Labor ging es an die frische Luft zum Fototermin. Ein paar Mal an der Kamera vorbeilaufen und einen halbwegs dynamischen Eindruck dabei machen, das war recht schnell erledigt. Inzwischen ist auch die dritte Bloggerin, Ina eingetroffen. Trotz Verkühlung kommt sie zum Fototermin. Wir können also auch noch die Gruppenfotos absolvieren. Alles in allem ein positiver Einstieg! :-)

Wie geht es jetzt weiter?

Dienstag habe ich Koordinationstraining in Form einer Tanzstunde in der Tanzschule, die ich mit meiner Freundin seit 2 Jahren besuche. Da werde ich gleich insgeheim an meinem Gleichgewicht arbeiten :-) Mittwoch plane ich einen schnelleren Lauf (ca. 10 km) Freitag ist der nächste Termin im Olympiazentrum Südstadt. Da muss ich aufs Laufband, während mir ein Konditionstrainer ins Ohr sticht, um mein Laktat zu analysieren - sicher der Höhepunkt der Woche.

Samstag ein langsamer Lauf (auch nicht mehr als 10km). Sonntag starte ich beim Wien Energie Halbmarathon. Sollte kein Schnee liegen, möchte ich nach 1 Stunde und 40 Minuten ins Ziel kommen. Natürlich werde ich euch von jedem dieser Termine in meinem Blog berichten. Bis dahin: Keep on running!

Erstellt am 12.03.2013