NAP.e IV

Ein Plan für die Vergangenheit?

Der NAP.e (Nationale Ernährungsplan für Ernährung) versteht sich laut eigener Darstellung als Plan zur Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährung, der in ständiger Diskussion mit Experten weiter entwickelt werden soll.

21 Experten haben an diesem Konsultationsentwurf gearbeitet. Das Ergebnis ist aber teilweise so vage und allgemein, dass man sich fragen muss, ob es sich hier um einen minimalsten allgemeinen Konsens handelt oder tatsächlich nicht genauer überlegt wurde. Nun sollten weitere Experten daran arbeiten und dieses dürftige Ergebnis verbessern. Im Gegensatz zu den ersten, mit Sicherheit gut bezahlten Auftragsarbeiten, vermutlich noch gratis. (Eine Offenlegung der bisher angefallen Kosten wäre vermutlich sehr hilfreich, um ungefähr eine Kosten-Nutzen-Rechnung für dieses Projekt zu erstellen).

Zur Gänze umgeworfen hat mich aber der Zeitplan, der im Anhang des NAP.e's angeführt wird. 20 Punkte sind hier aufgelistet. 15 davon liegen bereits in der Vergangenheit (2008, 2009). Und nur 5 Punkte sind für 2010 vorgesehen. Selbst die in den Pressekonferenzen und Artikeln angekündigte Einbeziehung der weiteren Expertenstellungnahmen, welche bis 30.4.2010 eingebracht werden können, fehlen in diesem Zeitplan.

BM Alois Stöger schreibt in seinem Vorwort zum NAP.e: "Am Ende des Tages soll der bestmögliche Aktionsplan Ernährung für unser Land entstehen." Ich bin damit nicht einverstanden. Erstens ist "am Ende des Tages" zu spät, zweitens sollte nicht ein Plan, sondern die Umsetzung des Planes am Ende der Aktivitäten stehen, oder noch besser: bereits deren Evaluierung.

(kurier) Erstellt am
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