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05.12.2011

Mein Spiegelbild lächelt!

Kennen Sie sie auch, diese Skalpellblicke auf das eigene Ich, das Ihnen da zaghaft und mit fragendem Blick aus dem Spiegel entgegen blickt?

Nein, nein, kein Erbarmen! Die Arme zu dick, der Hals zu kurz, die Brüste da zu fett, dort zu wenig, die Hüften werden mit chirurgischer Professionalität zurecht geschnipselt und in die Bauchröllchen dringen die Blicke sowieso wie Lipolyseinjektionen.

Würden Sie so Ihre Kollegin oder Kollegen anblicken, ich kann Ihnen versichern, Sie würden gemieden wie die Pest! Und wenn Blicke töten könnten, na ja, Sie wissen schon. Schade nur, dass diese Wucht an Kritik am Stärksten uns selbst trifft! Könnten wir nicht auch ein wenig freundlicher zu uns selbst sein? Geht es nicht leichter, auf Schoko und Co zu verzichten, wenn wir bessere Laune haben? Und wer bewegt sich wohl lieber: Jemand, der sich zähneknirschend und mit Wut über sich selbst hinter Bildschirm und Couchtisch verrollt? Oder jemand, der sich sagt: Gut, da ist es ein bisserl viel, aber das ist keine Katastrophe, ich hab halt Power und auch ein wenig Masse! Und das wird auch noch viel besser!"? Wer wohl? Wollen Sie auch diesen Zustand, diese Stimmung erreichen? Es geht ganz einfach! Stellen Sie nun gleich vor den nächstbesten Spiegel und lächeln Sie - zumindest eine Minute lang (zählen Sie dabei bis 60). Es ist gleichgültig, wenn es ein etwas säuerliches, künstliches oder ein verkrampftes Lächeln wird. Hauptsache ist: Sie lächeln. Warten Sie ab, was in dieser einen Minute passiert. Und ab nun stellen Sie sich jeden Morgen mindestens eine Minute vor den Spiegel und lächeln.