Meinung
16.06.2018

Anstoß: Wirklich alles neu bei der Austria?

Viel tut sich bei der Wiener Austria – und dennoch bleibt einiges beim Alten. Das könnte künftig problematisch werden.

Die Austria erfindet sich in letzter Zeit neu. Neues Stadion, ein fast neuer Trainer, neue Spieler, Trennung vom Sportdirektor, neuer Technischer Direktor, bald auch ein neuer Präsident, weil Wolfgang Katzian durch seine neue Aufgabe als Gewerkschaftsboss über Gebühr ausgelastet ist. Altbekannt sind immerhin die demokratischen Strukturen, innerhalb derer sich die Macht bei der Austria über die Jahre stetig in Richtung eines Mannes verschoben hat: Markus Kraetschmer, AG-Vorstand für Finanzen, der die Veilchen in wirtschaftlich ruhige Gewässer führte nach dem Stronach-Abenteuer, der aber auch in sportlichen Belangen Mitsprache hat und oft finale Entscheidungen trifft. Der Austria könnte das interne Gleichgewicht abhanden kommen.

Thomas Parits war als General Manager noch ein gleichgestellter AG-Vorstand, Franz Wohlfahrt durfte sich – mit weit weniger Kompetenzen im violetten Konstrukt – Sportdirektor nennen, Ralf Muhr wird als Technischer Direktor bezeichnet. Für eine erfolgreiche sportliche Zukunft in Violett wird vonnöten sein, dass die handelnden Personen in ihrem Zuständigkeitsbereich über ein ausreichendes Entscheidungspouvoir verfügen. Wenn nicht, wird der Verein zu einer One-Man-Show plus Aufsichtsrat.