© APA/AFP/WAKIL KOHSAR

Kommentar
08/16/2021

Afghanische Flüchtlingsströme müssen verhindert werden

Die Not im Kriegsgebiet ist groß. Auch die Taliban werden nicht daran interessiert sein, Millionen Landsleute verhungern zu lassen. Das ist eine Chance für den Westen.

von Ingrid Steiner-Gashi

Was Afghanistan abseits von Krieg, Machtergreifung der Taliban und Massenflucht sonst noch quält, ist eine katastrophale Dürre. Sie allein wäre für die leidgeplagte Bevölkerung schon kaum zu ertragen, zumal erwartet wurde, dass die Hälfte der Afghanen heuer wegen der Not nicht genug zum Essen haben wird. Nun aber kommt es noch schlimmer.

Die neuen islamistisch-radikalen Kriegsherren im Land mit ihren Gesellschafts- und Wirtschaftstheorien aus dem 7. Jahrhundert werden es nicht schaffen, das Land und seine Bevölkerung auch nur annähernd zu versorgen. 18 der 38 Millionen Menschen konnten schon bisher ohne humanitäre Hilfe von Außen – und das ist ja in den allermeisten Fällen der Westen – nicht überleben.

Und das wird wohl auch weiterhin so bleiben. Denn mögen die Taliban auch grausam, gewalttätig, frühmittelalterlich, despotisch und extrem intolerant sein – sie werden nicht daran interessiert sein, die Hälfte ihrer Bevölkerung verhungern zu lassen. Das hat zweierlei Folgen: Um die dringend benötigte humanitäre Hilfe ins Land zu holen, werden auch die Taliban Zugeständnisse und Konzessionen gegenüber den westlichen Gebern eingestehen müssen.

Dilemma für die Helfer

Hier ließe sich Druck machen. Etwa: Hilfe ja, wenn Frauenrechte geschützt werden. Gleichzeitig aber bedeutet das auch: Mit Hilfen unterstützt der Westen die Taliban, sorgt zumindest dafür, dass ihr Schreckensregime nicht gleich wieder stürzt. Ein Dilemma – das man allerdings noch weiter denken muss: Bleiben Hilfe und Nahrung aus, werden Millionen Afghanen erst recht fliehen. Und das ist schließlich ein Szenario, das Europa mehr als alles andere vermeiden will.

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