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Meinung
08/30/2019

Adieu am Höhepunkt

"Tagebuch": "Hirschers einstige Vorbilder freilich sind zum Zeitpunkt ihres Adieus um einige Jährchen älter gewesen."

von Wolfgang Winheim

Die einen auf der Piste, die anderen an der NachrichtenfrontRennläufer wie Journalisten wollen stets die Ersten sein. Dazu wird trainiert, taktiert, recherchiert, spekuliert. Noch im Frühjahr waren selbst Insider sicher, dass Marcel Hirscher weiter fährt. Doch der neunfache Goldmedaillengewinner wird das nicht tun, sondern (übertragen von ORF 1 und Servus TV) am Mittwoch verkünden, dass der Skiweltcup in acht Wochen ohne ihn, den Titelverteidiger, beginnen werde.

Hirscher hat wochenlang hin und her überlegt; hat nach der optimalen Materialabstimmung für den nächsten Winter gesucht; hat vor einem Monat eine Pressekonferenz kurzfristig abgesagt, worauf er sich nachsagen lassen musste, ein Zauderer zu sein.

Dabei hatte auch Hermann Maier vor zehn Jahren erst im September – unter Tränen – seinen Rücktritt verkündet. Und Benjamin Raich sich sogar bis Oktober Zeit gelassen. Hirschers einstige Vorbilder freilich sind zum Zeitpunkt ihres Adieus um einige Jährchen älter gewesen.

Hirscher tritt am Höhepunkt ab. Weshalb ihn Hassposter unterstellen werden, dass er nur aus Angst vorm Verlieren kneife. Den Vorwurf, aus Geldgier weiter zu fahren, kann ihm jedenfalls niemand machen. Es sei denn, Hirscher kehrt nach der Pause vor dem WM-Winter 2021 in den Rennlauf zurück. Doch das ist erst recht Spekulation.

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