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01/03/2022

Mysteriöses Verschwinden eines jungen Kroaten in Belgrad

Ein 27-Jähriger aus Split fuhr in die serbische Hauptstadt, um dort Silvester zu feiern. Nun wird er seit drei Tagen vermisst.

von Mirad Odobašić

Die Titelgeschichte auf dem beliebtesten kroatischen Internet-Portal ist ein Live-Ticker. Es handelt sich allerdings nicht, wie man in Pandemiezeiten annehmen würde, um die Live-Berichterstattung über die neuesten Entwicklungen bezüglich des Coronavirus. Das Thema, das derzeit ganz Kroatien beschäftigt, ist das mysteriöse Verschwinden eines Landsmannes im benachbarten Serbien. 

Es sind mittlerweile drei Tage her, seitdem Matej Periš zum letzten Mal gesehen wurde. Der 27-Jährige aus der zweitgrößten kroatischen Stadt Split war mit sechs weiteren Freunden in die serbische Hauptstadt Belgrad gereist, wo man Silvester feiern wollte. In der Neujahrsnacht gingen die Kroaten zuerst in ein Restaurant essen, anschließend setzten sie ihren Feierzug in einem Nachtclub fort, der in der beliebten Ausgehmeile am Fluß Sava gelegen ist. 

Eben dort fiel einigen in der Truppe Mitten in der Nacht auf, dass Periš schon seit einiger Zeit nicht mehr an seinem Platz war. Also machten sie sich auf die Suche nach ihm. Auf dem Weg aus dem Club stellten sie fest, dass seine Jacke immer noch in der Garderobe sei. Sie setzten ihre Suche fort, hofften, den vermissten Freund in dem gemieteten Appartement anzutreffen. Nachdem dies nicht geschehen war, verständigten sie die Polizei.

Aufnahmen, die wenig sagen

Überwachungskameras aus dem Club hielten fest, wie Matej Periš um 2.30 Uhr den Club verließ und die Treppe zu einem Floß hinabsteigt, berichteten mehrere serbische Medien. Die Aufnahme zeige, wie der junge Mann dem Gedränge auf der Toilette ausweicht und stattdessen hinausgeht, um sich vor dem Nachtclub zu erleichtern.

Die Kameras nahmen auf, wie er zum Floß hinuntergeht, erfassten aber nicht seinen gesamten Weg. Da sein Handy von Anfang an ausgeschaltet war, wird vermutet, dass er in den Fluss gefallen ist. Die Belgrader Polizei durchsucht nun laufend das gesamte Gebiet um den Nachtclub.

Suchender Vater

Vor Ort ist inzwischen auch der Vater des Vermissten. Im Gespräch mit einem TV-Sender schloss Nenad Periš aus, dass sein Sohn ertrunken sein könnte. "Matej hat Wasserball trainiert, er war ein extrem starker Typ, ein Athlet, ein Nichtraucher ... Ich denke, dass sein körperlicher Zustand und seine Kondition, seine Schwimmkenntnisse und sein Können absolut ausschließen, dass er ertrunken sein könnte", sagte der verzweifelte Vater. 

Er sei nach Belgrad gekommen, um den suchenden Polizisten Hilfe zu leisten und habe nicht vor abzureisen, bis sein Sohn gefunden wurde. 

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