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09/23/2021

Wie im Film: Ein ganzes Land sucht nach der Identität einer Frau

Fast zwei Wochen versuchten Polizei und Medien, die Identität einer Frau, die nicht wusste, wer sie ist oder woher sie kam, herauszufinden.

von Antonio Šećerović

Mitte September wurde in einem unzugänglichen Gebiet der kroatischen Insel Krk eine Frau mittleren Alters von Bergrettern gefunden. Sie trug ein dunkelblau gestreiftes Leiberl mit Kapuze, eine schwarze Hose, Turnschuhe und einen rosa Leinenhut. Sie war am Kopf verletzt, völlig desorientiert und ohne jede Erinnerung daran, wer sie war oder woher sie kam.

Die Polizei bat die Bürger um Mithilfe bei der Feststellung der Identität der Frau. Tagelang suchten Ermittler und Journalisten nach neuen Informationen. Seit der Veröffentlichung ihrer Lichtbilder haben sie Dutzende von E-Mails von Bürgern aus dem In- und Ausland bekommen. Die Überprüfungen in den Fingerabdruckdatenbanken der kroatischen Polizei blieben aber ohne Erfolg.

Rucksack ohne Ausweis gefunden

Nach Informationen der Tageszeitung 24sata ist noch immer nicht bekannt, wie sich die Frau am Kopf verletzte. Sie wurde medizinisch versorgt und befindet sich seit Tagen im Spital in Rijeka.

In der Zwischenzeit konnten Bergretter einen Rucksack finden, in dem neben Mückenspray und einigen anderen Kleinigkeiten eine Brieftasche gefunden wurde. In dieser konnte die Beamten aber keinen Ausweis oder Geld finden.

Mithilfe der slowakischen Polizei wurde am Mittwoch ihre Identität endlich herausgefunden. Es handelt sich um die Slowakin Daniela Adamcova. Danka, so ihr Spitzname, ist eine Schmuckdesignerin aus Trenčin. Ihren Schmuck trugen Stars wie Brigitte Bardot, Barbara Streisand oder die Schauspieler in der Serie "Friends".

Laut Index.hr lebte die Frau seit ihrem 19. Lebensjahr in den USA, wo sie mit einem Filmproduzenten verheiratet war. Ende der 2000er kam sie zurück in die Heimat, um einige Jahre später wieder in die USA auszuwandern. Die Frau soll in der letzten Zeit in Großbritannien gelebt haben, was die Geschichte noch komplizierter macht.

Angst vor der Quarantäne

Nach bisherigen Erkenntnissen besuchte Adamcova Kroatien als Touristin. Noch immer ist es nicht bekannt, unter welchen Umständen sie auf der Insel Krk gefunden wurde.

Das Portal Nova.cz berichtet, wonach die 57-Jährige am 9. September ein Ehepaar aus Tschechien beim Urlaubsort Makarska kennengelernt haben soll. Laut Angaben der Ehepartner reiste die Frau im Ruhestand alleine, da alle ihre Freunde arbeiten müssen: "Sie hatte Angst, dass sie auf dem Rückweg 14 Tage in Quarantäne verbringen müsste, also schaltete sie ihr Handy aus und holte ihre SIM-Karte heraus".

Eine Trafikverkäuferin meldete sich bei der Polizei und erzählte, wonach die Frau seit Jahren in Kroatien Urlaub macht, fließend Kroatisch spricht und oft mit dem Bus quer durch die Insel reist. Dem Fernsehsender RTL gab ein Kellner Informationen über die Frau: "Die Dame besuchte mein Café und fragte mich, ob sie jemand zu einem Fischerhaus fahren könnte, da sie nicht zu Fuß gehen will". Um 3.30 Uhr hat er sie gemeinsam mit Freunden dorthin gebracht und danach ist jeder seinen eigenen Weg gegangen.

Dem Kellner sagte sie, dass sie sich mit Freunden treffen würde: "Ich habe nicht wirklich nachgefragt, weil ich kein Interesse hatte".

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