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06/30/2022

Am Brunnenmarkt werden Europas große Fragen beantwortet

Die Ausstellung "A'Wiener Karawanserai" bietet einen neuen Blickwinkel auf die Geschichte und Dynamik Europas.

von Naz Kücüktekin

Eine Art Karawanserai, das ist der Brunnenmarkt für die Künstlerin Asma Aiad.

Karawanserai, der Begriff kommt aus dem Persischen, war einst eine ummauerte Herberge an einer Karawanenstraße. Reisende konnten dort mit ihren Tieren und Handelswaren sicher nächtigen und sich mit Lebensmitteln versorgen.

"Und auch am Brunnenmarkt kommen viele Menschen zusammen, unterschiedliche Kulturen treffen aufeinander", so Aiad. Für sie stehe der längste Straßenmarkt Europas deshalb sinnbildlich für Europa. "Die großen Fragen von Europa, wie man zusammenlebt, sich austauscht, die kann man im engeren Sinne am Brunnenmarkt beantworten", findet Aiad.

Aus diesem Gedanken heraus sei die Idee zur Ausstellung „A Wiener Karawanserai“ im Rahmen von „StoryTelling:Europe!“ entstanden. Die Ausstellung erforscht und beleuchtet die Geschichte und Dynamik Europas am Brunnenmarkt aus einem neuen Blickwinkel. Einem, der die zu Wort kommen lässt, die den Markt zu dem machen, was er ist. In der Ausstellung wird der Fokus auf acht Stände gelegt. Sie sind nicht nur die Kulisse für die Ausstellung, sie sind auch die Ausstellung, die jeder für sich innerhalb der Marktöffnungszeiten erkunden kann.

Der Start ist an der Thaliastraße/Ecke Brunnengasse. Hier ist der erste "Teppich", ein Graffiti, Symbol auf dem Boden, mit einem QR-Code versehen. Von da an folgt man einfach den weiteren Teppichen und macht etwa halt bei Frau Wieser und ihren Blumen, am arabischen Kaffeestand oder aber der syrischen Bäckerei. Überall erfährt man etwas über die Personen dahinter, ihre Geschichten. Hinter jedem QR verbirgt sich nämlich ein dazugehöriges Video.

Die letzte Station ist die Karawanserai-Straße am hinteren Eingang der Brunnenpassage. Hier finden sich noch einige Porträts, Graffitis und auch eine Wand, die fragt: "Spieglein, Spieglein, an der Wand. Bin ich europäisch genug für dieses Land?"

Die Ausstellung läuft bis zum 1. Oktober.

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