© Imanuel Schnabel

Lifestyle wohnen
10/14/2019

Zeitgemäße Vorzeigebauten: So geht Einfamilienhaus

Natürliche Materialien, alte Handwerkstechniken und regionale Bauweisen bestimmen den Einfamilienhausbau. Wir zeigen 4 Projekte.

von Ulla Grünbacher

Funktional und ästhetisch sind gelungene moderne Einfamilienhäuser, natürliche Materialien wie Holz werden bevorzugt. So wie beim Hausensemble in Schärding, Oberösterreich, das heuer mit dem Interior-Preis des Häuser-Awards ausgezeichnet wurde. Das deutsche Architektur- und Designmagazin „Häuser“ zeichnet seit 2004 die besten Einfamilienhäuser in Europa aus. Der Bau des Mehrgenerationenhauses in Schärding für Großeltern und ein junges Paar mit Kind wurde von der Baugruppe Tom Lechner vom Büro LP Architektur konzipiert.

Schlichte Holzpavillons

Entworfen wurden zwei schlichte Holzpavillons, die mit den Nebengebäuden ein Ensemble samt geschütztem Hof bilden. Im größeren Haus gelangt man vom Vorzimmer in eine Essküche mit offenem Kamin und weiter in den Wohnbereich, wo sich ein Schlaftrakt anschließt. Deckenhohe Glasfronten und Schiebetüren holen viel Licht herein. Die angenehme Wohnatmosphäre verdankt das Ensemble dem gelungenen Innenausbau.

Naturbelassene Oberflächen

„Dabei setzt Tom Lechner auf klare Linien und wenige Materialien mit haptisch angenehmen, naturbelassenen Oberflächen“, beschreibt es die Autorin. Möbeleinbauten und Stauraumlösungen aus hellem Birkenholz lassen alles wie aus einem Guss erscheinen. Die Jury lobte die hohe Aufenthaltsqualität, den durchdachten Übergang von gemeinschaftlichen und privaten Zonen sowie die großen Fensteröffnungen, die den Bezug zur Natur herstellen.

Rückzugsraum in den Bergen

Mit dem Haus auf der Hochebene Tschengla in Vorarlberg haben sich die Bauherren den Traum von einem Rückzugsort in den Bergen erfüllt. Der einfache Holzbau fügt sich in die Umgebung ein und orientiert sich an den landwirtschaftlichen Gebäuden der Umgebung. Die äußere Hülle wurde aus umlaufenden Lärchenholzleisten gestaltet.

Kompakter Grundriss

Der Grundriss ist kompakt, der zur Verfügung stehende Raum wird optimal genützt. Die Küche ist Gebäudemittelpunkt und kommunikatives Zentrum, sie geht in den offenen Wohn- und Essbereich über. Im ganzen Raum befindet sich unter den Fenstern eine durchlaufende hölzerne Bank, die als Sitzgelegenheit und Ablagefläche dient.

Innen und außen verschwimmen

Durch ein großes Fenster wird die Natur in den Wohn-Essraum geholt. Deutlich intimer sind die privaten Rückzugsräume im ersten Stock. Wandvertäfelung und Balkendecken sind aus unbehandelter Fichte, für alle Schreinerarbeiten wurde Eschenholz verwendet. Die Wänden sind naturgrau verputzt, ein reizvoller Kontrast zum hellen Holz.

Familiendomizil in Alberschwende

Die Topografie des Hanggrundstückes im Bregenzerwald stellte die Planer, Innauer-Matt Architekten, vor eine Herausforderung. In der Gemeinde Alberschwende in Vorarlberg sollte auf einem abschüssigen Areal mit felsigem Untergrund ein neues Familiendomizil entstehen. Es wurde ein lang gestreckter Baukörper mit Satteldach und umlaufender Holzverkleidung, der an traditionelle Bauernhäuser erinnert.

Unverputzter Beton und viel Holz

Der Zugang liegt ebenso wie die Garage auf Straßenniveau und bildet einen Einschnitt in die Böschung. Das Gebäude ist ein Massivbau, die Wandflächen sind aus unverputzten Beton. „Sämtliches Holz, das hier verarbeitet wurde, stammt aus dem eigenen Wald des Bauherren“, so die Autorin. Daher wirkt der Innenausbau wie aus einem Guss.

Lichtdurchfluteter Raum

Das Haus betritt man über das Untergeschoß, wo sich die Garderobe befindet, über eine Treppe gelangt man in die darüberliegende Etage mit den Schlaf- und Kinderzimmern. Noch einen Stock höher gelangt man in einen lichtdurchfluteten Raum, der sich über die gesamte Gebäudelänge erstreckt und bis in den Dachstuhl reicht. Wohn-, Koch- und Essbereich gehen hier nahtlos ineinander über, ein betonierter Kern im Zentrum unterteilt und strukturiert den Raum und erschließt die Nebenräume.

Domizil für Familie in Salzburg

Ein maßgeschneidertes Domizil für eine sechsköpfige Familie ist in Salzburg nach Plänen von Tom Lechner (LP Architektur) entstanden. Die Architekten konzipierten ein schlichtes, lang gestrecktes Gebäude mit Satteldach, das sich wie ein Riegel vor den Garten schiebt. Die Lärchenholzverkleidung hebt sich von den verputzten Fassaden der Nachbarhäuser ab. Spalierartige Holzlamellen vor den Fenstern im Obergeschoß verhindern straßenseitige Einblicke.

Große Glasfronten

Ganz anders ist das Haus gartenseitig gestaltet: Große Glasfronten öffnen sich zum sichtgeschützten Garten. Im Erdgeschoß sind die Gemeinschaftsbereiche untergebracht: Wohnraum und Essküche, die über ein zentrales Entree verbunden sind. Die privaten Rückzugsräume befinden sich im Obergeschoß. Für die Eltern gibt es hier ein eigener Schlaftrakt mit Bad und Ankleide. Gegenüber sind die vier kompakten Kinderzimmer angeordnet, Schranknischen bieten viel Stauraum, Leitern führen in die Schlafzonen unter der Dachschräge.

Kaminzimmer zum Lesen

Der Flur dazwischen dient als Spielzone und Arbeitsgalerie. Zwischen Eltern- und Kindertrakt liegt ein geräumiges Kaminzimmer, ein gemütlicher Aufenthaltsraum zum Spielen, Lesen und Entspannen. Der Innenausbau beschränkt sich auf wenige Farben und Materialien: weiß lasiertes Fichtensperrholz, gelaugte Eichendielen und geschliffener Estrich.

Buchtipp

„Zeitlose Häuser“ von Bettina Hintze. Gezeigt werden  30 gelungene  Einfamilienhäuser von heute, die mit dem  Häuser-Award ausgezeichnet wurden.
Prestel Verlag, € 60,70

 

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