Swift und Co.: Warum faszinieren Hochzeiten so sehr?
Summer of Love. Vom privaten Ja-Wort zum globalen Ereignis: Warum prominente Hochzeiten für mediale Großeinsätze sorgen und welche Trauungen besonders großen Einfluss haben.
Still und heimlich haben die Hollywoodstars Zendaya und Tom Holland vor einigen Monaten geheiratet. Bis heute gibt es weder Fotos des Brautkleides noch Details zur Zeremonie. Für viele Paare ist die Hochzeit noch immer etwas zutiefst Persönliches, ein Moment, den sie nur mit Familie und engen Freunden teilen möchten.
Doch das Gegenmodell wird immer sichtbarer. Aurora Ramazzotti etwa veröffentlichte Fotos ihrer Hochzeit auf Social Media und ließ ihre Follower daran teilhaben, wie ihre Eltern Michelle Hunziker und Eros Ramazzotti den großen Tag gemeinsam feierten.
Per sempre: Aurora Ramazotti heiratete den Vater ihres Kindes in einer Traumrobe von Armani.
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Dua Lipa und Callum Turner gingen mit ihren Fotos vom Standesamt viral, die große Sause folgte in Palermo.
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Instagram-Spektakel in Südfrankreich: Top-Influencerin Leonie Hanne trug gleich vier Brautkleider.
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Lady Marina Windsor ehelichte vor Mitgliedern der Royal Family mit Unternehmensberater Nico Macauley.
©Screenshot InstagramVon der Hochzeit von Taylor Swift und Travis Kelce wiederum drangen zwar keine Bilder des Brautpaares nach außen, dennoch sorgte das Fest weltweit für Schlagzeilen. Unzählige Fans reisten an, um einen Blick auf das Paar zu erhaschen. Warum faszinieren Hochzeiten prominenter Menschen so sehr?
Swift: Nur KI Fake Bilder im Netz, siehe unten
Nicht selbstverständlich
„Taylor Swift hat für ein riesiges, vor allem junges Publikum eine enorme Vorbildwirkung“, sagt die klinische Psychologin Joanna Mikowitsch. Gerade weil Heiraten heute keine Selbstverständlichkeit mehr sei, werde die Entscheidung dafür besonders aufmerksam verfolgt. Anders als früher sei eine Ehe weder gesellschaftlich noch finanziell notwendig. „Wer heute Ja sagt, entscheidet sich meist sehr bewusst dafür. Umso spannender ist für viele, wie dieser Tag gefeiert wird.“
Dass Hochzeiten weit über den privaten Anlass hinaus Aufmerksamkeit erzeugen, ist allerdings kein neues Phänomen. Bereits die britische Königin Victoria setzte 1840 mit ihrem weißen Seidenkleid einen Trend, der bis heute anhält. Vor Victoria war Weiß keineswegs die übliche Farbe für Bräute.
Einfluss von Royals
Später prägten royale Hochzeiten, von Grace Kelly bis Diana, über Jahrzehnte die Vorstellungen von Brautmode und Hochzeitsästhetik. 750 Millionen Menschen verfolgten 1981 die Trauung von Charles und Diana im Fernsehen, sie geht als Hochzeit des Jahrhunderts in die Geschichte ein. „Schöne Bilder haben einen hohen Wert“, erklärt Mikowitsch die Anteilnahme. „Sie sind ein Gegenpol zum oft belastenden Nachrichtengeschehen.“
Heute verstärke Social Media diesen Effekt enorm, so die Psychologin. Influencer dokumentieren ihre Hochzeit oft von der Make-up-Probe bis zum Blumenschmuck. Das große Fest lässt sich gut vermarkten. So zeigt Leonie Hanne etwa, welches Parfum sie trägt oder welche Hautpflege für den perfekten Braut-Teint sorgt. Andere sprechen offen darüber, wie sie ihre Menstruation für die Hochzeit verschieben. „Menschen vergleichen sich gerne. Sie holen sich Inspiration oder sehen, was sie selbst anders machen würden“, sagt die Expertin.
Gleichzeitig seien Promi-Trauungen ein Thema für alle. „Man muss nicht politisch versiert oder einen bestimmten Wissensstand haben. Jeder kann hier mitreden.“
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