Verhalten ändern, aber wie?

Frauenberatung, Gespräch
Ein großer Teil der Lebensstilveränderungen sind verhaltensbedingt.

Drei von vier Todesfällen in Europa sind auf Lebensstilerkrankungen zurückzuführen. Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und falsche Ernährung gehören etwa zu den typischen Ursachen für Herzkreislauferkrankungen und zu den typischen Risikofaktoren für Krebs. Welche Unterstützung Psychologen anbieten können, um diesen Lebensstilerkrankungen entgegenzuwirken, ist ein Schwerpunkt am Tag der Psychologie, der am Samstag, 5. Oktober im Wiener Rathaus stattfindet. Auch der Einfluss von Genen und Psyche ist Thema.

„Ein großer Teil unserer Lebensstilerkrankungen sind verhaltensbedingt. Psychologen stellen Modelle, Theorien und Tipps zur Verhaltensänderung zur Verfügung“, erklärt einer der Vortragenden, Stefan Höfer von der Uni-Klinik für Medizinische Psychologie Innsbruck. Im Gegensatz zu Ärzten und Ernährungsberatern plädiert Höfer dafür, mehr miteinander zu sprechen statt zueinander. „Die Menschen brauchen nicht mehr Wissen – sie wissen, dass sie nicht rauchen und gesünder essen sollen.“

An Rädchen drehen

Ulla Konrad, Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer Psychologen sagt: „Wir klären gemeinsam, wie komme ich an mein Ziel, an welchem Rädchen kann ich drehen und wie verändere ich mein Verhalten nachhaltig.“ So gibt der Psychologe keine Ernährungstipps, sondern geht der Frage nach, wie jemand Essattacken vermeiden kann oder was ihn daran hindert, mit dem Rauchen aufzuhören. Höfer: „Berater geben Ratschläge, Psychologen motivieren dazu, selbst etwas zu ändern und unterstützen dabei Pläne zu schmieden.“

Bei Patienten unterscheidet Konrad zwei Typen: Die einen bagatellisieren ihre Erkrankung – „diese berät der Psychologe dahingehend, dass sie ihre Krankheit ernst nehmen und die Therapie einhalten“. In der Frage der Therapietreue, betont Konrad, könnten Psychologen Ärzte noch viel stärker unterstützen. Die andere Gruppe ist ängstlich und hat Angst vor der Nadel bei der täglichen Blutzuckermessung oder Angst vor Krankheit per se. „Hier bieten wir Unterstützung, hinterfragen die Ängste und können gut ansetzen.“

Gene

Geht es um schwere Erkrankungen wie Krebs, fragen viele Patienten immer wieder nach dem „warum ich“. In der Medizin ist man sich einig, dass viele Faktoren zu einer Krebserkrankung beitragen. „Einen gewissen Teil hat man vererbt bekommen, aber man trägt auch durch seinen Lebensstil dazu bei. Statt sich mit der Schuldfrage aufzuhalten, gilt es, mit dem Patienten zu schauen, wie er am besten mit der Situation umgehen kann. Das hilft vielen, ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern.“

Info: Der Tag der Psychologie mit dem Schwerpunkt „Die sieben Plagen – Lebensstilerkrankungen – was tun?“ findet am Samstag, 5. Oktober 2013, von 10 bis 17 Uhr im Festsaal des Wiener Rathauses statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos gibt es online unter: www.tagderpsychologie.at

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