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Lifestyle Fragen an das Leben
09/04/2020

Was mache ich, wenn mein Kind Angst vor der Schule hat?

Auch wenn Schüler unter dem Druck leiden, müssen sie hingehen. Coach Benjamin Strigl rät, wie Eltern helfen können.

von Daniela Davidovits

25 neue Kollegen, eine Lehrerin und ein Tagesablauf, auf den man sich erst einstellen muss – der Schulbeginn kann für Kinder eine ziemliche Herausforderung sein. Kinder-Coach Benjamin Strigl begleitet junge Klienten, bei denen die Schule Stress auslöst. "Ich habe von Siebenjährigen bis Teenagern alles bei mir. Bei vielen hat diese Angst mit wenig Selbstbewusstsein zu tun. Aber das kann man üben: Wir legen uns auf den Boden und machen uns ganz klein. Und dann stellen wir uns breitbeinig und gerade auf – das spürt sich gleich sicherer an."

In der Erziehung und leider auch in der Schule werde das Augenmerk oft auf die Schwächen gerichtet, bedauert er: "Dabei sollten wir uns auf die Stärken konzentrieren. Dass ein Kind sich als guten und interessanten Spielpartner sieht, mit dem andere Kinder gerne zusammen sein möchten. Dann tut es sich auch leichter, andere anzusprechen."

Dabei warnt er Eltern vor einem gravierenden Fehler:

"Sie können gerne helfen, am Anfang einen ersten Kontakt in der Schule herzustellen. Etwa gemeinsam eine andere Familie ansprechen und nach dem Namen des Kindes fragen. Aber sagen Sie nie etwas dazu wie ‚Weil der Maxi ist so schüchtern‘. Das prägt sich bei dem Kind ein – und verstärkt das Problem."

Gerade bei Erstklässlern verursachen Erwachsene den Stress: "Kindergartenkinder hören oft, dass jetzt ‚der Ernst des Lebens‘ beginnt. Dieser Neubeginn wird mit so viel Erwartung aufgeladen. Die sollen sich doch auf die Schule freuen. Sagen wir ihnen lieber, dass sie eine nette Lehrerin und neue Freunden bekommen und interessante Sache lernen werden." Alte, schlechte Schulerfahrungen werden auf die Kinder übertragen, dabei kann man Volksschule heute kaum vergleichen.

Spielend Probleme lösen

Stattdessen soll man mit einem Kind, das nervös wirkt oder sagt, es wolle nicht in die Schule gehen, das Thema locker ansprechen, so Strigl: "Man kann mit dem Kind Schule spielen, etwa mit Legofiguren oder Puppen. So findet man eher heraus, was es an der Schule belastet.“ Eltern können mit Kindern den ersten Schultag auch im Kopf durchspielen, um ihnen die Angst zu nehmen. „Wann stehen wir auf, was frühstücken wir, was ziehst du an, wann bekommst du die Schultüte?"

Es hilft, wenn man mit einem bekannten Kind gemeinsam ankommt. "Das reicht als Komfortzone für den Anfang. So wie auch Erwachsene lieber zu zweit ankommen, als Small Talk machen zu müssen."

Das kann auch Kindern helfen, die durch Probleme oder Mobbingvorfälle aus dem Vorjahr belastet sind. "Sehen wir die Unterbrechung durch die Ferien als Neubeginn an." Man kann mit diesem Abstand anders mit der Klassendynamik umgehen oder sich in der Gruppe präsentieren.

Manchmal lässt sich die Situation jedoch nicht verbessern, gibt er zu, und setzt auf Pragmatismus: "Ich begleite eine 14-Jährige, die sich in ihrer Klasse nicht wohlfühlt. Wir haben herausgearbeitet, dass sie nur noch dieses Jahr durchhalten muss, dann wechselt sie die Schule. Mit den Übungen zu Selbstbewusstsein und Motivation ist sie guter Dinge."

Sehe Sie morgen, Samstag, in SchauTV um 12.30 Uhr: KURIER Family-Talk mit Coach Benjamin Strigl.

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