Bei der Finalshow von America´s Got Talent überzeugte "Zurcaroh" ein weiteres Mal.

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Leben
09/19/2018

Zurcaroh: Von ganz unten nach ganz oben

Wie es der "Zurcaroh“-Gründer von Brasilien bis zu "America’s Got Talent" schaffte.

In schwindelerregender Höhe wurde die 10-jährige Lucia durch die Luft geschleudert. Tosender Applaus strömte durch die Hallen des Dolby Theatres in Los Angeles in dieser Dienstagnacht. Ein letztes Mal durften die 50 Vorarlberger Akrobaten im Finale von „America’s Got Talent“ zeigen was sie können. "Unser Hauptziel war es, das Publikum zu begeistern und das haben wir auch geschafft", sagt " “-Mitglied Jacoba Häfele. Dann wurde gevotet. Das Ergebnis lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

In einer Kulisse wie frisch aus dem Dschungel, turnte die Gruppe unterlegt mit Trommelmusik, gekleidet in bunte Kostüme – eine fulminante Show. Die Szene handelte von einem kleinen Burschen, der einem Mädchen ihre Weltkugel wegnimmt, um sie dann mit ihr zu teilen. "Uns war es wichtig zu zeigen: Jeder gehört in dieser Welt respektiert, egal wie unterschiedlich wir alle sind", erklärt Häfele.

Kein leichter Weg

Standing ovations und lautstarker Jubel zeigten: Gründer und Choreograf Peterson de la Cruz Hora bewies ein weiteres Mal das richtige Händchen beim Kreieren der Show. Einfach, war der Weg bis zum Finale der amerikanischen Talente Show für den Brasilianer jedoch nicht.

Cruz Hora wuchs in seiner Heimat in ärmlichen Verhältnissen auf. Um turnen zu können, musste er jeden Tag zwei Stunden zum Training zu Fuß gehen. "Wenn du den Wettkampf gewinnst, bekommst du ein Fahrrad", sagte einst ein Trainer zu ihm und weckte damit den Kampfgeist des Brasilianers. 2007 rief Cruz Hora seine erste eigene Akrobatikgruppe in Brasilien ins Leben. Noch im selben Jahr nahm er mit ihr an der World Gymnaestrada in Dornbirn in Vorarlberg teil. Die Liebe bewegte ihn in Vorarlberg zu bleiben. 2009 gründete er in Götzis die AkrobatikgruppeZurcaroh“– deren Name den Nachnamen des Brasilianers rückwärts gelesen ergibt.

Zusammenhalt stärkt

Aus einst 20 Personen ist heute eine 50-köpfige Gruppe entstanden, die bereits unzählige Auftritte auf der ganzen Welt hinter sich hat und 2013 sogar den Weltmeistertitel im Gruppenturnen in Kapstadt holte. "Ohne unseren Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen hätten wir es nie soweit geschafft", gibt Häfele zu verstehen. "Wir trainieren jetzt inzwischen schon acht Jahre miteinander und noch nie hatten wir einen Sturz. Unsere Männer fangen uns immer", erzählt sie.

Auch wenn die Gruppe es sich nie anmerken ließ, war das ständige Hin-und Herfliegen zwischen Europa und USA für sie nicht immer einfach. "Nachdem wir zwischen Halbfinale und Finale nur eine Woche zuhause waren und dann gleich wieder ab nach L. A. mussten, spürten wir langsam die Folgen der Zeitumstellung. Immer wieder wachten wir in den Nächten vor der Finalshow auf", sagt Häfele.

Trotz Schlafmangel und Zeitdruck, stimmte die Performance auch bei der letzten Show der Akrobatikgruppe auf den Punkt genau. Ob es zum Sieg reicht, konnte Häfele nach ihrem Auftritt noch nicht sagen: "Wir können nicht einschätzen, wie unsere Chancen stehen. Doch auch wenn wir nicht gewinnen, sind wir trotzdem stolz, dass wir es soweit geschafft haben."

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