Leben
25.01.2013

Wie man am besten Gedichte auswendig lernt

Psychologen haben herausgefunden, wie man sich Begriffe und Texte am nachhaltigsten merkt. Ihn nur zu lesen, reicht nicht.

Wer den Stoff immer wieder nur liest, lernt nicht nachhaltig. Das haben jetzt Forscher der Uni Regensburg bewiesen. Diese Erkenntnis könnte die Unterrichtsstrategie an Schulen und Unis verändern. "Ich schätze, dass die Erkenntnisse in zehn Jahren im Unterricht umgesetzt werden", sagt Studienleiter Karl-Heinz Bäuml.

Aufsagen

Für die Wissenschaftler gibt es nur einer richtige Methode, wie Schüler effektiv lernen. Wenn ein Schüler zum Beispiel ein Gedicht auswendig lernen soll, wird er zwar den Inhalt wiedergeben können, wenn er sich das Gedicht mehrmals durchliest. Nach mehreren Wochen wird er sich aber nicht mehr daran erinnern können.

Wenn der Schüler aber das Gedicht zwei Mal durchliest und es dann selber aufsagt,, ohne es wieder zu lesen, prägen sich die Inhalte besser im Gedächnis ein. Bäuml und seine Kollegin Ina Dobler vom Institut für Psychologie untersuchten erstmals die Effekte zwischen wiederholtem Lesen und eigenständigen Abrufübungen.

Zwei Experimente

Am ersten Experiment nahmen 84, an einem zweiten 48 Personen teil. Die Teilnehmer mussten sich mehrere Listen mit Begriffen einprägen. Doe Probanden wiederholten dabei gelernte Begriffe entweder durch mehrmaliges Lesen oder durch Abrufübungen.

Am Ende der beiden Versuche wurden die Personen abgefragt. Das Ergebnis: Bei einem kombinierten Lernverhalten gleichen sich die Effekte des wiederholten Lesens denen von reinen Abrufübungen an und die beiden Übungsformen führten zunächst zu ähnlichen Gedächtniseffekten. Langfristig war die Methode der Abrufübungen vorteilhafter.

http://www.uni-regensburg.de