Leben
24.05.2018

Wie eine Mittzwanzigerin bemerkte, ein Alkoholproblem zu haben

Laurie McAllister dachte lange Zeit, dass sie trotz regelmäßiger Blackouts das Trinkverhalten einer gewöhnlichen Mittzwanzigerin hätte.

Als McAllister jedoch versuchte, dem Alkohol abzuschwören, um sich für einen Halbmarathon vorzubereiten, begann sie zu realisieren, dass ihr Konsum bereits problematische Ausmaße angenommen hatte. In einem Erfahrungsbericht für die Daily Mail schreibt sie, dass sie vor zweieinhalb Jahren ihren Traum in London lebte. Sie war damals 24 Jahre alt und hatte einen Job im Marketing, den sie liebte, jede Menge Freunde und ein ausreichend hohes Einkommen, um mehrmals pro Woche auszugehen.

Eine Flasche Wodka für "Notfälle"

Alkohol war damals ein wesentlicher Bestandteil ihrer sozialen Aktivitäten. Es sei damals nicht selten vorgekommen, dass McAllister am Ende eines Tages ein oder zwei Falschen Wein trank oder sich zwei Cocktails zum Preis von einem genehmigte. Dabei sei sie unter der Woche häufig erst um ein Uhr in der Nacht nach Hause gekommen. Für "Notfälle" habe sie stets eine Flasche Wodka Zuhause gehabt. Zu dieser Zeit hatte sie auch oft Blackouts und konnte sich nicht daran erinnern, wie sie nach Hause gekommen war oder weckte ihre Mitbewohner, weil sie zu betrunken war, um mit ihrem Schlüssel die Wohnungstür aufzusperren.

90 Tage Alkoholverzicht

Trotzdem verschwendete sie keinen Gedanken daran, ein problematisches Trinkverhalten zu haben. Sie dachte, es sei jenes einer gewöhnlichen Mittzwanzigerin. Außerdem hatte sie das Gefühl, dass ihr das Trinken über depressive Verstimmungen und Phasen hinweghalf. Im Laufe der Zeit realisierte McAllister jedoch, dass ihre Ängstlichkeit und ihre Depression durch das Trinken schlimmer wurden.

Anfang 2016 beschloss sie, für 90 Tage auf Alkohol zu verzichten. Sie buchte die Teilnahme an einem Halbmarathon im Mai, um sich mit dem Training dazu zu motivieren, nüchtern zu bleiben. Es gelang ihr 72 Tage. Dann begann sich wieder zu trinken und das Training war grauenhaft. Vor dem Rennen schaffte es McAllister wieder ohne Alkohol und verzichtete auf diesen auch beim Feiern nach dem Marathon. Am 10. Dezember trank sie ihr letztes alkoholisches Getränk und startete am nächsten Tag noch immer verkatert – einen Instagram-Account und den Blog girlandtonic.co.uk.

 

Neues Lebensgefühl

Dort schreibt sie über das Nüchternsein, ihre Ängste und ihre Erfahrungen mit nüchternen Dates. Durch ihren Blog habe sie Kontakte zu anderen Menschen geknüpft, die sich gegenseitig darin bestärken, nüchtern zu bleiben. Das gibt ihr nicht nur Selbstvertrauen, auch ihre Haut ist besser und ihre Haare gesünder geworden.

"Was ich im Alkohol gesucht habe, ist mit der Nüchternheit gekommen: der Glaube an mich selbst, dass ich genug bin und alles bewältigen kann." Mittlerweile ist McAllister zu ihren Eltern nach Norfolk gezogen, wo sie als Yoga-Lehrerin arbeitet. Sie hat kein Problem mit Leuten, die trinken, es sei jedoch für sie das Richtige gewesen, damit aufzuhören. Mit ihrer Geschichte will sie mit dem Klischee des "langweiligen Abstinenzlers" brechen. "Mit dem Trinken aufzuhören ist das Beste, was ich jemals für mich selbst getan habe. Ich bin seit fast 18 Monaten nüchtern und mein Leben ist komplett anders. Ich bin so viel glücklicher."