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Experiment
06/04/2016

Emotionale DNA-Reise: Wer bin ich wirklich?

Ein Video rührt Millionen Menschen zu Tränen. Seine Botschaft: Fremdenhass hat keine Chance.

Wie viel wissen wir eigentlich von unserer eigenen Identität? Woher kommen wir, wer sind unsere Vorfahren? In Zeiten, wo Fremdenhass und Nationalstolz an der Tagesordnung stehen und sich deutsche Politiker über türkischstämmige Spitzen-Fußballer auslassen, scheint dieses Thema aktueller denn je. Das dachte sich auch die dänische Online-Reisesuchmaschine Momondo und drehte ein aufrüttelndes Video, das binnen weniger Tage zum Internet-Hit avancierte.

Heimatliebe

Im April diesen Jahres lud Momondo gemeinsam mit dem Ahnenforschungsservice AncestryDNA 67 bunt zusammengewürfelte Menschen dazu ein, einen ganz besonderen Trip anzutreten: eine Reise zu sich selbst. Zuerst wurden die Teilnehmer zu ihrer Herkunft und möglichen Antipathien gegenüber anderen Nationen gefragt. "Ich bin stolz, ein Brite zu sein", sagt etwa ein Mann und erzählt vom tapferen Kriegseinsatz seiner Vorfahren.

Ob er mit einem bestimmten Volk weniger gut auskäme? "Ich bin kein Fan der Deutschen", gibt er ganz offen zu. Auch ein Mann aus Island, eine junge Kurdin, eine Dunkelhäutige und ein Mann aus Bangladesch machen keinen Hehl aus der Liebe zu ihrem Heimatland bzw. ihrer Religion. "Wir sind einfach besser als die anderen", sagt der Isländer. Die Kurdin gesteht, dass sie ein Problem mit der Türkei habe. Und der Mann aus Bangladesch kann mit Indern und Pakistani nicht viel anfangen.

Verblüffendes Testergebnis

Doch dann kommt der Überraschungseffekt: "Bist du bereit, mit uns auf eine Reise zu gehen, die auf deiner DNA basiert?", fragt die Forscherin alle Teilnehmer. Verwundert stimmen sie zu und geben eine Speichelprobe ab. Zwei Monate später kommen sie erneut ins Momondo-Büro und erhalten die verblüffenden Ergebnisse: Keiner von ihnen ist zu 100 Prozent (s)einer Nationalität zuzuordnen - der stolze Brite ist sogar zu fünf Prozent Deutscher und auch die Kurdin trägt etwas türkisches Blut in sich. Ein besonders emotionaler Moment ereignet sich gegen Ende des Videos, als sie ihren Cousin kennenlernt - natürlich ein Türke...

Das berührende Video und die überraschenden Reaktionen gibt's hier nachzusehen:

Internet-Hit

Seit Anfang Juni haben mehr als zwei Millionen Menschen das Video angeklickt. Momondo gelang damit ein echter Marketing-Coup - aber nicht nur das. Die Botschaft rüttelt auf: Denn in Wahrheit haben die meisten Menschen keine Ahnung, wo sie wirklich herkommen und somit auch kein Recht, über andere Nationalitäten abwertend zu reden. "Wir haben die DNA-Reise gestartet, weil wir den Menschen zeigen wollten, dass uns mehr Dinge verbinden als trennen", erklärt Momondo auf seiner Website die Gründe für das gelungene Experiment.

Unter dem Motto "Entdecke deine Vielfalt" kann man dort nun auch einen DNA-Test sowie eine Reise in alle Länder gewinnen, von denen man abstammt - um alte Barrieren endgültig zu überwinden. Wer jetzt Lust bekommen hat, sich ebenfalls auf eine Augen öffnende DNA-Reise zu begeben: Die Plattform 23andME bietet DNA-Test um 130 Euro an.

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