Leben
21.12.2016

Wer ist Faith Spotted Eagle?

Die Stimme eines "untreuen" Wahlmannes ging an die Umweltaktivistin mit indigenen Wurzeln.

Am Montag traten die 538 Wahlmänner an die Urnen und machten das Ergebnis der amerikanischen Wahl vom 8. November offiziell. Nach der Wahl des Electoral College (Wahlleutekollegium) steht fest, dass der 45. Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump heißt. Doch auch diese Wahl ging nicht gänzlich ohne Auffälligkeiten über die Bühne (mehr dazu hier). Denn sieben Wahlmänner haben bei dieser nicht für den von ihnen im Vorfeld unterstützten Präsidentschaftskandidaten gestimmt. Wie die New York Times berichtet, handelt es sich dabei um einen Rekordwert. Neben zwei trumpschen Wahlmännern wurden insgesamt fünf Wahlmänner mit demokratischer Gesinnung abtrünnig.

Verwirrung um Namen

Während ein Großteil der untreuen Wahlmänner ihre Stimme an mehr oder weniger bekannte Personen vergab, ging in Washington, ein Bundesstaat, der vor dem Parteitag der Demokraten stark mit dem parteilosen Senator des Bundesstaates Vermont, Bernie Sanders, sympathisierte, eine Stimme an eine Person mit dem Namen Faith Spotted Eagle. Matthew Yglesias, Redakteur des Online-Portals Vox vermerkte auf Twitter, dass das jedenfalls ein lustiger und erinnerungswürdiger Name sei. Das amerikanische Medienunternehmen KOMO entschuldigte sich auf der sozialen Plattform dafür, den Namen fälschlicherweise in Anführungszeichen gesetzt zu haben.

Doch wer ist Faith Spotted Eagle? Kürzlich tauchte der Name der im Jahr 1948 geborenen Umweltaktivistin mit indigenen Wurzeln aus dem US-Bundesstaat South Dakota immer wieder im Zusammenhang mit ihrem Einsatz gegen die umstrittene und sich derzeit im Bau befindliche Dakota Access Pipeline auf. Die Öl-Pipeline sollte auf dem Gebiet des Sioux-Stammes Standing Rock realisiert werden, beziehungsweise einem Abschnitt, der den Sioux 1851 zugesichert, aber nie übergeben wurde. Die Ureinwohner befürchten, dass dadurch die Wasserversorgung beeinträchtigt und Gräber ihrer Vorfahren zerstört werden. Nach massiven Protesten ist der Bau eines wichtigen Teilabschnitts der Öl-Pipeline vorerst gestoppt.

Aktivistin seit den 90ern

Spotted Eagle wandte sich mit mehreren Führungspersonen der Stammesgemeinschaft an die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte und sagte aus, dass es im Rahmen der Proteste gegen die Pipeline, zu Übergriffen und Missbrauch an Menschen aus der indigenen Gemeinschaft gekommen sei. Spotted Eagle engagierte sich außerdem federführend in den Protesten gegen den Bau der Keystone-Pipeline im Jahr 2015. Das umstrittene Projekt wurde schließlich von Obama gestoppt.

Spotted Eagle betätigt sich bereits seit den 90er-Jahren als Aktivistin. Im Jahr 1994 gründete sie die Organisation Brave Heart Society, die sich unter anderem für ökologische Gerechtigkeit und Überlebende sexueller Gewalt einsetzt und diese Arbeit mit traditionellen Zeremonien der Native Americans verknüpft. In einem Interview mit dem Indian Country Media Network im Jahr 2015 sagte Spotted Eagle: "Der einzige Weg, wie wir mit dem Übergriff auf Mutter Erde fertig werden können, ist beten, heilen und die Einigung aller Populationen, einem öffentlichen Aufschrei und die Geltendmachung unserer eingeräumten und vorbehaltenen Rechte."