Leben
28.12.2011

Vorsicht bei der Schnäppchenjagd im Netz

Viele Österreicher wollen Weihnachts-Geschenke online verkaufen, sollten sich aber vor Betrügern wappnen.

Wovon sich der eine gar nicht schnell genug trennen kann, kann für den anderen das absolute Traumgeschenk sein. Ganz nach dem Motto "Des einen Leid ist oft des anderen Freud" herrscht bei Auktionsportalen nach Weihnachten Hochbetrieb. Tausende Artikel wie Smartphones, MP3-Player, Konsolen-Spiele oder Fotozubehör werden im Netz versteigert.

"Nach Weihnachten sehen wir traditionell einen Anstieg der Angebote von privaten Verkäufern bei eBay.at. Dabei handelt es sich zum Großteil um Neuware, die ursprünglich unter dem Weihnachtsbaum zu finden war", sagt Jürgen Gangoly, Pressesprecher von eBay in Österreich. Somit seien die nächsten Wochen vor allem für die Schnäppchenjagd eine ideale Zeit, so Gangoly.

Hausverstand nicht ausschalten

Allerdings verzichten Menschen, wenn sie vermeintliche Schnäppchen im Netz sehen, nicht selten auf ihren "gesunden Hausverstand". Doch gerade bei besonders günstigen Angeboten, die nach "zu schön um wahr zu sein" klingen, sollte man besonders vorsichtig sein - vor allem wenn der Schnäppchen-Anbieter außerhalb des EU-Raums sitzt.

"Am sichersten ist es, in Österreich einzukaufen", erklärte Bernhard Jungwirth vom Internet Ombudsmann, einer kostenlosen Beratungsstelle für Online-Konsumenten. "Vor allem außerhalb der EU wird es schwierig, zu seinem Recht zu kommen."

Keine Vorauskasse-Zahlungen

Der Internet Ombudsmann rät Nutzern zudem, dass sie keinesfalls Geschäfte mit Vorauskasse-Zahlungen tätigen sollen. Denn das ist der einfachste Trick von allen: Der vermeintliche Schnäppchen-Verkäufer verlangt vom Kunden Geld, bevor er die Ware liefert - doch auf diese wartet der Kunde letztendlich vergebens. "Hier ist es äußerst schwierig, sein Geld zurück zu bekommen. Auch sogenannte Käuferschutzprogramme helfen in der Praxis nur selten", heißt es.

Doch auch von Geldtransfer-Diensten wie Western Union sollte man besser die Finger lassen, da sich dadurch die Identität des Anbieters nicht klar zurückverfolgen lässt. Am besten wäre die Übergabe der Ware gegen Bargeld - nur geht dies freilich ausschließlich dann, wenn Artikel lokal versteigert werden.

Lokale Angebote nutzen

Im Raum Wien gibt es hierfür etwa den Web-Flohmarkt der Stadt Wien, der gleich mehrere Vorteile gegenüber klassischen Auktionsportalen bietet: Er ist kostenlos und frei von Werbeinseraten. Zudem werden alle Angebote und Beiträge auf Seriosität geprüft, bevor sie online gehen. Bis zum November diesen Jahres wurden auf der lokalen Online-Plattform knapp 4000 Inserate rein gestellt.

Bei Privatverkäufen und -Auktionen sollten Internet-Nutzer jedoch immer vorsichtig sein, denn es gibt generell kein Rücktrittsrecht vom Kauf. Doch auch bei einem vermeintlich seriösen Privat-Anbieter kann es sich um Betrüger handeln.

Vorsicht vor heißer Ware

So hat beispielsweise ein 30-jähriger Deutscher erst knapp vor Weihnachten über ein Auktionsportal eine Digitalkamera für seine Freundin erworben, weil diese eine Woche zuvor gestohlen wurde. Er traf den Verkäufer auf einem Autobahnrasthof zur Übergabe. Dabei stellte er fest, dass die Kamera das gestohlene Gerät der Freundin war - auf der Originalverpackung stand die Gerätenummer drauf.

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