Massenhaft blüht in Kalifornien derzeit gelb-oranger Mohn. Die Gegend leidet unter dem Besucheransturm.

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Leben
03/22/2019

Verwüstete Wiesen: Mohnfelder in Kalifornien für Instagrammer gesperrt

Die Blüte der Mohnblumen zieht derart viele Besucher an, dass Behörden das Feld kurzzeitig sperren mussten.

Ein seltenes Naturschauspiel hat in Kalifornien binnen weniger Tage zehntausende Touristen angelockt – und schließlich die zuständigen Behörden zum Notfallmanagement gezwungen.

Goldmohn als Attraktion

Derzeit blüht rund um die Stadt Lake Elsinore im Walker Canyon der Goldmohn. Er zählt zur Familie der Mohngewächse und wird auch als Kalifornischer Kappenmohn bezeichnet. Die Pflanze gilt außerdem als offizielle Staatsblume der sonnenverwöhnten Region.

In der Regel verwandelt sich die sandig-trockene Wüste Kaliforniens nach einem Regenschauer in einen goldenen Blütenteppich. "Super Bloom" (auf Deutsch: "Superblüte") heißt dieses Phänomen, das sogar aus dem Weltall sichtbar und im Schnitt nur alle zehn Jahre zu beobachten ist. Aufgrund des ausufernden Besucheransturms haben die Behörden nun aber bereits am Sonntag den Zugang zu den Feldern gesperrt.

"Magisches" Naturwunder

Gegenüber CBS News beschrieben Besucher die goldgelben Blumenwiesen als "magisch" und "das Malerischste, was ich je gesehen habe". Doch die Begeisterung hat ihren Preis: Die tausenden Touristenfüße hinterließen am Wochenende eine Spur der Verwüstung, bestätigte Bürgermeister Steve Manos CBS News. Auf den Zugangsstraßen stauten sich Autos. Da viele Touristen keinen Parkplatz fanden, wurde die Pkws auch illegal abgestellt. Die Besucher hinterließen Müll in den Wiesen und verließen die befestigten Wege.

"Wir haben einige Bewohner hier, die an diese Art von Verkehr und Aufmerksamkeit nicht gewöhnt sind und die besorgt sind, dass das nun täglich passieren könnte", erklärte Manos. Schließlich musste Manos aufgrund der "Mohn-Apokalypse" einschreiten und das Gebiet um die Felder sperren.

"Die Situation übersteigt unsere Möglichkeiten", schrieb die Stadt zudem in einem Post auf Facebook. Das Wochenende sei "unerträglich" gewesen.

Übermütige Instagrammer

Mitverantwortlich für den Run auf die Wiesen seien nicht zuletzt soziale Medien. Der Reiz des perfekten Bildes würde die Natur nachhaltig schädigen. "Leute sitzen für dieses eine Bild in den Blumen, und ich weiß, dass es etwas Besonderes ist, ein Bild mit den Mohnblumen zu haben, aber sie ruinieren die Pflanzen für andere Menschen und die Zukunft", sagte Besucherin Melissa Waters einem Reporter von CBS News.

Am Montag öffnete die Stadtverwaltung die Straßen zu den Feldern wieder – zumindest vorläufig. Der Zugang und die Parkplätze wurden jedoch begrenzt.

"Wir haben Feuer und Fluten überstanden, wir nehmen es auch mit den Blumen auf", sagte Bürgermeister Manos. Es sei unterm Strich aber "nicht möglich, Besucher fernzuhalten".

Bilder des Besucheransturms in Lake Elsinore