Leben
14.03.2018

Verirrte Foto-Nachricht hilft krebskrankem Kind

Die Fotonachricht ging an einen falschen Empfänger. Dieser meldete sich mit einer sympathischen Reaktion zurück - und löste damit eine Spendenaktion aus.

Als Sydney Uselton unabsichtlich ein Foto von sich bei der Anprobe eines Kleides an die falsche Handynummer versandte, hatte sie keine Vorstellung davon, was die verirrte Nachricht bewirken würde. Am Ende wurden dank dieses Versehens umgerechnet über 27.000 Euro für ein an Leukämie erkranktes Kind gesammelt.

Doch alles von Anfang an.

Uselton, ihres Zeichens gebürtige US-Amerikanerin aus Tennessee, war auf der Suche nach einem Abendkleid für einen besonderen Anlass. Während sie unterschiedliche Kleider anprobierte, ließ sie Fotos von sich knipsen, die sie dann an eine Freundin schickte, um deren Meinung einzuholen. Durch einen Tippfehler sandte die junge Frau die Fotos an die falsche Nummer. Diese gehörte Tony Wood.

Wood, der mit seiner Ehefrau und seinen Kindern in Spring Hill im Bundesstaat Tennessee lebt, wusste zunächst nicht, wie er auf die Nachricht reagieren sollte, erzählte er der Daily Mail Australia. Er entschied sich für den Satz "Ich glaube, dass diese Nachricht für jemand anderen gedacht war. Meine Frau ist nicht zuhause, also konnte ich ihre Meinung nicht einholen, aber die Kinder und ich denken, dass du atemberaubend aussiehst in deinem Kleid! Du solltest es definitiv nehmen!". Zusammen mit dem Text schickte er auch ein Bild seiner Kinder, die auf dem Foto alle mit dem Daumen nach oben zeigen.

Viral auf Twitter

Über eine Bekannte von Uselton namens Mandi Miller fand die Unterhaltung ihren Weg ins Netz. Miller postete Screenshots der Konversation auf Twitter, wo diese schnell zum viralen Hit avancierten. Bisher wurde das Posting vom 8. März über 175.000 Mal geteilt und fast 700.000 Mal mit "Gefällt mir" markiert. Hunderte Menschen haben den Beitrag kommentiert.

Als Wood darauf aufmerksam wurde, dass seine Kinder Teil eines viralen Twitter-Postings sind, meldete er sich auf seinem Facebook-Profil zu Wort und schrieb: "Ich habe kürzlich eine Nachricht mit Bildern von einer unbekannten jungen Dame im Kleid bekommen. Ich habe dann beschlossen ihr eine Riesenfreude zu machen. Also habe ich die Kinder gebeten ihr ein 'Daumen hoch' zu geben und ihr gesagt, dass sie atemberaubend in ihrem Kleid aussieht. Jetzt, total plötzlich, sind meine Kinder berühmt auf Twitter! Ziemlich cool!"

Turbo für Spendenaktion

Einige User fanden schließlich heraus, dass Wood nicht nur (wie auf dem Foto abgebildet) fünf sondern sechs Kinder hat und sein fünfjähriger Sohn an Leukämie leidet. Wood gründete im Jahr 2015 für seinen Sohn die Facebook-Gruppe "Prayers for Kaizler", die wiederum auf eine Crowdfunding-Kampagne verweist, mit der die Eltern finanzielle Unterstützung für die Behandlung ihres Sohnes sammeln. Durch die via Twitter, Facebook und internationale Medienberichte generierte Aufmerksamkeit beteiligten sich binnen weniger Tage unzählige Menschen an der Spendenaktion und stellten der Familie über 27.000 Euro (Stand 13. März) zur Verfügung.