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Leben
06/28/2019

Endlose Sommerferien: Was kann ich mit meinem Kind unternehmen?

Versteckte Spielplätze, spannende Entdeckungstouren und neue Stadtteile: So vergeht die Zeit schnell.

Eltern haben es heute nicht immer leicht, ihre Kinder aus der Wohnung zu locken. Computer und Handy sind oft starke Konkurrenten. Bernadette Nemeth will mit ihrem Buch „111 Orte für Kinder in Wien“ in den Familien für Abwechslung sorgen: „Die Kinder sitzen ja alle zu viel und es ist wichtig, mit ihnen hinauszugehen“, betont die Mutter einer fünfjährigen Tochter. „Und noch etwas: Sie sagen schneller ’Mir ist langweilig’.“ Ihr Ansatz: „Man überzeugt Kinder leichter, wenn man ihnen ein ganzes Programm bietet – nicht nur einfach hinaus ins Grüne.“

Bei ihren Recherchen hat sie für Kinder viele Orte in Wien gefunden, die wenig oder kaum bekannt sind. „Ich habe mich bemüht, alle Bezirke einzubeziehen – und habe dabei Grünoasen mitten in der Stadt und Spannendes am Stadtrand gefunden.“

So wurde sie etwa auf den Spielplatz im Freihaus-Viertel im dicht bebauten vierten Bezirk aufmerksam. Dort haben mehrere Häuser ihre Hinterhöfe zusammengelegt, die Mauern niedergerissen und einen weitläufigen grünen Spielbereich geschaffen – von außen nur für Insider zu erkennen.

Für den Alpengarten neben dem Schloss Belvedere hat Nemeth einen Aktiv-Tipp: „Hier befindet sich auch eine Bonsai-Ausstellung mit bis zu 190 Jahre alten Sorten. Jedes Bäumchen ist mit einer Altersangabe beschriftet. Da lässt sich ein lustiges Souvenirfoto von einem Bäumchen und den gleichaltrigen Großeltern machen.“ Auch der Bambusgarten im dritten Bezirk ist eine unbekannte Grünfläche, die eine gute Abwechslung zu Prater, Stadtpark und Co. bietet.

In Nemeths Auswahl kommen auch die neuen Stadtteile zum Zug: Der Badeteich und die Kran-Skyline der Seestadt Aspern bieten Entdeckungspotenzial für Kinder und Eltern. Der Motorikpark im Sonnwendviertel in Favoriten oder in der Donaustadt begeistert jüngere und ältere Kinder – sogar die Eltern können hier in wenig klettern. Dazu gibt es Tipps, wie man einen Radausflug durch menschenleere Wege auf der Donauinsel machen kann – und mit dem Schiff und der U-Bahn wieder nach Hause kommt, wenn es den Kindern zu anstrengend ist.

Doch auch in den alten Teilen der Stadt gibt es Neues zu entdecken, etwa die Wasserspielplätze, auf denen sich Kinder endlos beschäftigen können. Nemeth nennt dabei jenen am Max-Winter-Platz (1020 Wien) und neben dem Favoritner Wasserturm (1100 Wien).

Ganz bewusst hat sie die Touristen-Klassiker ausgelassen: „Das Riesenrad und das Schloss Schönbrunn sind in allen Reiseführern drin, ich habe mich auf unbekannte Sehenswürdigkeiten konzentriert – die auch Erwachsenen neu sind.“ So führt sie ihre Leser zu der niedrigsten Kreuzung: „Mit Krottenhofgasse und Clessgasse kreuzen in Floridsdorf kreuzen sich zwei Kellerstraßen. Die Gegend ist wie aus einem Harry-Potter-Roman.“

Die Kultur und die Geheimnisse der Stadt sollen nicht zu kurz kommen: „Es ist wichtig, Kindern die Hintergründe zu vermitteln. Die meisten mögen es gerne, wenn die Eltern mit ihnen über ein Thema reden.“ Außerdem würde man sich im Alltag oft auf die Wohnumgebung beschränken, aber kann bei den Kindern auch den Horizont erweitern, wenn man unterwegs ist.

Wer mit dem Nachwuchs die Stadt erkunden will, als ob die Familie auf Reisen wäre, findet in Kinder-Reiseführern Anregungen (siehe unten). Statt in drei Tagen die ganze Stadt abzuklappern, kann man als Einwohner jedes Wochenende etwas anderes unternehmen. Für Kinder ab 12 bietet sich die „Dritter-Mann-Tour“ an: Auf den Spuren des legendären Nachkriegsfilmes lernen die Teilnehmer die Stadt in ihren unterirdischen Kanälen von einer neuen Seite kennen. Oder sie klettern die Stufen hinauf auf den hohen Turm des Stephansdoms – dessen aktuelle Installation „Sky of Stones“ durchaus einen Besuch wert ist.

Buchtipps:

– „111 Orte für Kinder in Wien“ von Bernadette Nemeth, Emons, 17,50 € –

Wien für dich!“ von Kristina Pongracz, Verlag Lonitzberg, 13,40 € –

Wien. Stadtführer für Kinder“ von B. Höpler, A. Potyka, S. Vogel, Picus, 12 €.

19 tolle Ausflugsideen für alle

Unterwegs in Österreich. Familien-Programme für Wochenenden und FerienUnterwegs mit der Familie – so entstehen Sommergefühle und Geschichten, an die sich Kinder ein Leben lang erinnern. Zeit zusammen verbringen, Mittagessen mit Picknick oder im Gasthaus und unterwegs spontane Stops genießen.

Naturpark Ötscher-Tormäuer: Mit der Mariazellerbahn in den Nationalpark und mit Naturerklärern durch den Wald.
(www.naturpark-oetscher.at)

Carnuntum: So lebten die alten Römer. Es gibt nicht nur Ruinen, sondern rekonstruierte Modellhäuser. (www.carnuntum.at)

Sommerrodelbahnen: So schnell kommt man sonst nie den Berg hinunter, der näheste zu Wien ist auf der Hohen Wand.

BIG Family Stubai: In der Eisgrotte 30 Meter unterhalb der Erdoberfläche am Stubaier Gletscher finden Kinder heraus, was es mit den Gletschern auf sich hat. (www.stubai.at)

City Wave: Surfen auf der großen Welle, heuer bei der SCS. (www.city-wave.at)

Kletterpark Gröbming: Hoch in den Baumkronen ist das Glück und auf dem Seil vom  Stoderzinken ins Tal hinunter.  
(www.abenteuerpark.at)

Raften, z. B. auf der Salzach: Nasses Familien-Abenteuer ab zehn Jahren, mit einem Guide im Gummiboot.

Barock-Schloss Hof: Auf den Spuren von Prinz Eugen durch das Schloss und seine Ländereien, mit  vielen Veranstaltungen. (www.schlosshof.at)

Bootfahren am Neusiedlersee: Das Näheste zu einem Tag am Meer, das Österreich zu bieten hat, zum Ausklingen einen Tisch in der Mole West reservieren. (www.neusiedlersee.com)

Rittisberg: Hinauf zu Fuß oder mit dem Sessellift, hinunter mit dem Roller – direkt in den See hinein. (www.rittisberg.at)

Familypark Neusiedlersee: Disneyland ohne den Film-Kitsch, unzählige Attraktionen zum Fixpreis. (www.familypark.at)

Alpakatrekking: Unterwegs mit echten Kuschel-Tieren, gibt’s auch mit Huskies.

Weißer Zoo: Weiße Tiger, Bären und Kamele haben ihren Platz am Berg gefunden.
 (www.kameltheater.at)

Sommer-Schifahren in Kaprun: Schifahren im Warmen ist ein Erlebnis. Das geht jedes Jahr am Gletscher in Kaprun. (www.kitzsteinhorn.at)

Goldsuchen in Rauris: 120 Tonnen Gold sollen noch in den Bergen der Umgebung liegen, hier kann man danach suchen. (www.raurisertal.awww.kitzsteinhorn.att)

Erzberg: Die bearbeitete Erdoberfläche sieht aus wie  ein Ausflug auf den Mond, die riesigen LKWs sind beeindruckend. (www.abenteuer-erzberg.at)

Zelten im Wald: Man muss nicht in die Einöde fahren, um beim Zelt am Lagerfeuer zu sitzen. In der Lobau kann man Urlaub von der Stadt machen. (www.ubw.at)

Outdoor-Lasertag: Meist spielt man Lasertag im Keller, von einem dunklen Zimmer ins nächste. Im Erlebnispark Gänserndorf laufen die Spieler durch den Wald. (www.erlebnispark-gaenserndorf.at)

Bärenwald: Klein, aber fein. Hier retten die Vier Pfoten Bären aus der Gefangenschaft. (www.baerenwald.at)