Leben
28.05.2017

Streit: Ein Wort, das vor Eskalation bewahrt

Ein Beziehungsexperte erklärt, wie man in einer hitzigen Auseinandersetzung mit dem Partner deeskalierend agieren kann.

Im Gespräch mit Business Insider schildert Hal Runkel, seines Zeichens Buchautor ("Choose Your Own Adulthood"), Familien- und Paartherapeut und Motivationstrainer, dass ein simples Wort, beziehungsweise ein daran geknüpfter Nachsatz, in einem intensiven Streit heilsam für beide Parteien wirken und den Konflikt in eine neue Bahn lenken kann. In der Hitze des Gefechts könne demnach der Satz "Aua, das hat weh getan" Wunder wirken.

Runkel zufolge kommt es vor allem in Konfliktsituationen oft dazu, dass man das Gegenüber mit Worten oder Anschuldigungen verletzt. Das kann wiederum zu einer weiteren Verschärfung der Situation beitragen: "Wenn man sich in einem Konflikt befindet, wird man unvermeidlich etwas sagen, dass dem anderen weh tut", erklärt Runkel gegenüber Business Insider.

"Das hat weh getan"

Sätze wie "Das hat mir wehgetan. Ich weiß nicht, ob das deine Absicht war, aber das hat es bewirkt." könnten den Dialog in eine neue Richtung und von der Eskalation weg lenken. "Die Unterhaltung ist dann auf einem ganz anderen Weg, weil man sich dazu entschließt verletzlich zu sein."

Damit zeige man dem Partner, dass man sich ihm voll und ganz öffne und sich dabei aus Verbundenheit auch gewissermaßen ausliefere. Signalisiert man dem Partner diese Offenheit, kann sich die Dynamik des Streits schnell wandeln. Der andere kann dann erkennen, wie wichtig ein respektvoller Umgang auch im Rahmen einer intensiven Auseinandersetzung ist und sein Verhalten entsprechend anpassen. Tut er dies nicht, kann das mitunter viel über die Beziehung an sich und die Kommunikation innerhalb der Partnerschaft aussagen.