Überraschungspakete für Wiens Polytechnische Schulen.

© Schule

Werbung in der Schule
11/13/2013

Stapelweise Post

Unter dem Titel "Berufsorientierung" erhielten Polytechnische Schulen Pakete voller Werbung.

von Ute Brühl

Diese Lieferung hatte niemand bestellt: Dutzende Pakete lieferte die Post am Mittwoch an Polytechnische Schulen in Wien aus. Nicht nur Direktor Franz Burda von der PTS Schopenhauerstraße wunderte sich: "Die 20 Pakete stammten von der Grazer Firma Karli Printi. Wir öffneten aus Interesse eine Box und staunten nicht schlecht. Zum Vorschein kamen viele Prospekte, ein Energydrink und ein Schlüsselanhänger." Noch immer ratlos, rief der Direktor bei der Grazer Firma an: "Dort erfuhr ich, dass diese Werbeaktion unter dem Titel ,Berufsorientierung läuft."

Auf KURIER-Anfrage erklärte die Marketingabteilung von Karli Printi, "dass die Prospekte der Berufsorientierung dienen. Es stellen sich Firmen vor, die Lehrlinge ausbilden. In einem gesonderten Heft stehen für die Lehrstellensuche wichtigen Adressen wie die des AMS oder der Wirtschaftskammer. "

Franz Burda ärgert sich über solche Aussagen: "Es sind zum Beispiel Gutscheine inkludiert. Die Schüler sollen damit ins Geschäft und sich nebenbei über eine mögliche Lehrstelle am Standort erkundigen. Für mich ist das keine Information, sondern reine Werbung. Und der erwähnte Info-Folder ist nur eine bloße Zusammenstellung von Adressen. Die haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, Erläuterungen dazu zu schreiben." An der Schule erfahren die Jugendlichen übrigens wesentlich mehr über Anlaufstellen und mögliche Lehrberufe.

Direktor Burda ist kein prinzipieller Gegner von Werbung: "Diese muss aber immer vorher mit den Schulpartnern, also Eltern und Lehrern, abgesprochen werden."

Seltsam findet der Direktor auch, dass "in allen Wiener PTS die Zahl der versendeten Boxen ziemlich ident mit der Schülerzahl war. Mich würde interessieren, woher die Firma die Ziffern hat." Laut Karli Printi ist das ein bloßer "Zufall. Wir haben die Schulen in einem Begleitschreiben gebeten, dass sie uns für zukünftige Zusendungen die richtige Schülerzahl nennen".

Doch weitere Werbesendungen wird es in der Schopenhauerstraße nicht geben: "Wir haben die Pakete nicht bestellt. Deshalb lassen wir sie von der Firma auch wieder abholen", sagt Burda.

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