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10/02/2012

Sony Xperia T: Das Handy von James Bond im Test

Es ist das aktuelle Bond-Handy und Sonys neues Smartphone-Flaggschiff: das Xperia T. Die technischen Daten des 4,55-Zöllers stimmen und das ungewöhnliche Design hat einen hohen Wiedererkennungswert. Gänzlich überzeugen kann das Xperia T im Test aber nicht.

von Gregor Gruber

Sein Name ist Bond, James Bond. Im Kino ist er ab November im Film „Skyfall" im Auftrag von Sony unterwegs, um Xperia-Smartphones und Vaio-Notebooks im Kampf gegen das Böse einzusetzen. Das Handy seiner Wahl ist das Xperia T (UVP 549 Euro), das gleichzeitig Sonys neues Smartphone-Flaggschiff ist. Die futurezone hat die Skyfall-Bond-Edition getestet (erhältlich bei A1), die drei 007 spezifische Hintergrundbilder und zwei Klingeltöne vorinstalliert hat.

Design
Groß und schwer: Diese Eigenschaftswörter schießen einen durch den Kopf, wenn man das Xperia T zum ersten Mal in die Hand nimmt. Obwohl es mit 129,4 mm nur etwa eine Fingerbreite länger als das iPhone 4S ist (115,2 mm) und mit 139 Gramm sogar ein Gramm leichter, wirkt es bullig in der Hand.

Das liegt unter anderem an der Dicke des Handys. Laut Sony misst das Xperia T 9,35 mm – damit ist aber nur die dünnste Stelle gemeint. Das Xperia T führt die gebogene Rückseite der Arc-Serie wieder ein. Dadurch ist es oben und unten bis zu 11 mm dick.

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Ein weiterer Größermacher ist das Unibody-Gehäuse. Rund um das Display befindet sich ein glänzender Rahmen, der bis zu 3,5 mm dick ist. Dieser scheint in den matten Unterteil hineingelegt worden zu sein. Deshalb bildet sich eine zusätzliche Kante an den Seiten des Handys. Ein glatter Verlauf zwischen Glanzober- und Mattuntereil wäre schöner gewesen – vor allem wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Unibody-Gehäuse handelt und der Unterteil sowieso nicht abgenommen werden kann.

Einen kleinen Schönheitsfehler, der aber kaum auffällt, hat das Xperia T von seinem Vorgänger Xperia S geerbt. Der Lautsprecher-Schlitz an der Oberseite ist ein Staubfänger. Auch der Spalt zwischen dem leicht erhobenen Rand und dem Glas des Displays ist anfällig für Schmutzablagerungen.

Handling
Trotz Größe und Gewicht liegt das Xperia T gut in der Hand, solange man es nicht zu locker hält. Die nach innen gebogene Rückseite verkleinert die Berührungsfläche mit der Hand. Die matte Rückseite sieht zwar strukturiert aus, ist aber rutschig – selbst das iPhone 4S mit seiner Glas-Rückseite ist weniger gleitfreudig. Die Rückseitenbeschaffenheit des Xperia T hat aber auch etwas Gutes: Hässliche Fingertapser oder –schmierer sind kaum bis gar nicht sichtbar.

Die Tasten für Standby, Lautstärke und der Kameraauslöser befinden sich rechts unten. Das kommt Nutzern mit kleineren Händen entgegen. Wären die Tasten, wie üblich, rechts oben, wären sie aufgrund der größeren Display-Diagonale schwerer zu erreichen. Rechts oben befindet sich jetzt der Slot für microSD und micro-SIM-Karte, der Akku ist fix verbaut.

User mit großen Händen, die das Gerät in der linken Hand halten, müssen sich etwas umgewöhnen. Will man die Lautstärke beim Telefonieren mit dem Zeigefinger verstellen, muss man das Xperia T relativ weit unten halten, was nicht komfortabel ist. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Lautstärkentasten relativ klein und flach ausgefallen sind.

Die üblichen Android-Tasten sind Display-Tasten, wodurch die tatsächlich nutzbare Display-Diagonale etwas kleiner als die 4,55 Zoll ist. Ein wenig störend ist, dass dadurch die unteren 1,7cm des Smartphone-Gehäuses ungenutzt sind. Natürlich befindet sich darin das Mikrofon und andere Komponenten, aber wenn es den Platz schon gibt, hätte man ihn wie beim Galaxy SIII für Softtouch-Tasten nutzen können und so die vollen 4,55 Zoll des Displays zur Verfügung gehabt.

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Display
Das Display hat eine Diagonale von 4,55 Zoll mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixel. Die Darstellung von Icons und Texten ist scharf. Die maximalle Helligkeit ist gut und im Vergleich zu Samsungs Super-AMOLED-Display des Galaxy SIII sieht Weiß in der maximalen Helligkeit auch wirklich weiß aus.

Dafür stellt das Xperia T Farben zu blass dar. Nur in der Video- und Galerie-App sind die Farben in Ordnung, da hier Sonys Software „Bravia Engine" die Farbsättigung erhöht. Zusätzlich zu den blassen Farben kommt ein schlechter Betrachtungswinkel hinzu. Schon kleine Abweichungen von der frontalen Betrachtung des Displays lassen die Farben zusätzlich ausblassen.

Links über dem Display gibt es eine Benachrichtigungs-LED. Diese ist allerdings so klein, dass man sie kaum wahrnimmt, wenn man sich nicht gerade in kompletter Dunkelheit aufhält.

Software
Das Xperia T läuft mit Android 4.0.4 und Sonys eigener Benutzeroberfläche. Gut gelungen ist die Onscreen-Tastatur, die auch Swype-Eingaben unterstützt. Apps können selbst angeordnet werden, alphabetisch, nach der Häufigkeit der Verwendung oder nach Installations-Datum. Die untere Leiste kann mit vier Shortcuts beliebig belegt werden. Lässt man die Standby-Taste gedrückt, steht nicht nur Abschalten oder Flugmodus zur Auswahl, sondern es kann auch ein Screenshot erstellt werden.

Drückt man die Task-Taste am Display, werden rechts in einer Leiste die kürzlich geöffneten Apps gezeigt. Wischt man diese nach links oder rechts, werden sie aus der Leiste entfernt. Unten sind vier zusätzliche Icons sichtbar. Ähnlich wie bei Samsungs Tablets stehen diese für Mini-Apps, die stets im Vordergrund angezeigt und verschoben werden können. Verfügbar sind Taschenrechner, Countdown, Notizen und Sprachnotizen. Auch ein Link für das Installieren zusätzlicher Mini-Apps ist enthalten. Zum Zeitpunkt des Tests waren keine zusätzlichen Mini-Apps im Google Play Store verfügbar.

Öffnet man die Status Bar, sind darin Schnell-Icons für Stummschalten, Bluetooth, WLAN und Datenverkehr vorhanden. Diese können nicht, wie etwa beim LG Optimus 4X HD, mit weiteren Kurzbefehlen erweitert werden. Eine Schnelleinstellung für die Display-Helligkeit fehlt und das entsprechende Widget schaltet nur von hell auf dunkel, ohne Abstufungen.

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Bond sieht rot
Wie schon bei früheren Sony-Handys kann aus sieben verschiedenen Designs gewählt werden, die im Grunde die Hintergrundfarbe der Menüs und das Hintergrundbild des Homescreens anpassen. Bei der Bond-Edition ist mit „Skyfall" noch ein achtes Schema dabei.

Einen farblichen Fehlgriff hat Sony bei dem Kalender gemacht, der bei allen Designs vorhanden ist. Alle gesyncten Google-Kalender werden in Rot angezeigt, egal, welche Farbe sie im Web-Interface oder auf anderen Smartphones haben. Für dieses Problem wird Sony hoffentlich bald einen Patch nachreichen.

Es stehen drei Bond-Backgrounds zur Auswahl, sowie ein Bond-Klingelton und ein Bond-Notification-Ton. Die beiden Töne sind deutlich leiser als die anderen Klingeltöne, weshalb man das Smartphone ungewöhnlich laut schalten muss, wenn man die Bondschen Klänge vernehmen will.

Weitere Highlights der Bond-Edition sind ein paar Bilder und Trailer. Bond-Apps, wie ein Quiz oder vielleicht ein Spiel, sucht man vergebens. Als kleiner Trost kann über die vorinstallierte EA Games App das Rennspiel Need for Speed Shift kostenlos gespielt und ein paar andere Games kostenlos getestet werden.

Leistung
Der Snapdragon S4 Dual-Core-Prozessor mit 1,5 GHz und die 1GB RAM sorgen für die benötigte Geschwindigkeit beim Xperia T. Bei den meisten Apps und Spielen mit 3D-Grafik gibt es keine Ruckler. Im direkten Vergleich mit dem SIII ist das Xperia T eine Spur langsamer beim Öffnen von Apps und Websites, der Unterschied ist aber kaum merkbar.

Der Akku hat 1850mah. In Anbetracht des dicken Gehäuses wäre hier wohl mehr möglich gewesen – im Samsung Galaxy SIII sind es 2100mah. Eineinhalb Tage sind mit dem Xperia T durchaus möglich, wenn man nicht das Display auf maximaler Helligkeit verwendet und das Spielen von NFS Shift oder der Testversion von Dead Space auf eine Stunde täglich beschränkt.

Die Sprachqualität ist guter Durchschnitt. Die eingebauten Lautsprecher klingen bei der Film- und Musikwiedergabe bei hohen Lautstärken etwas besser als bei Smartphones der Konkurrenz.

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Kamera
Das Objektiv der 13-Megapixel-Kamera ist durch eine Wölbung von Fingertapsern geschützt. Schmutz und Staub lagert sich dennoch ab. Hält man die Kameraauslöse-Taste gedrückt, wird direkt aus dem Standby-Modus heraus ein Schnappschuss innerhalb von zwei Sekunden gemacht. Da der Fokus in diesem Modus aber nur ungenau ist, sollte man lieber traditionell erst die Kamera-App öffnen, fokussieren und dann abdrücken.

Bei guten Lichtverhältnissen funktioniert der Autofokus problemlos, bei wenig Licht oder Kunstlicht beginnt er zu pumpen. Im normalen Modus können Bildparameter wie die Belichtungskorrektur, ISO und Weißabgleich festgelegt werden, sowie verschiedene Szenenmodi gewählt werden. Ebenfalls mit dabei ist der gute Schwenkpanorama-Modus und eine Lächelerkennung. Einen HDR-Modus und Serienbildermodus gibt es nicht. Ein manuell anwählbarer Makro-Modus fehlt ebenfalls. Nutzt man allerdings den automatischen Szenenmodus, wird bei Nahaufnahmen ab und zu in den Makro-Modus geschaltet.

Kunstlicht-Grieseln
Die Qualität der 13-Megapixel-Fotos ist gut, solange man sie auf dem Handy-Display anschaut. Am Computer-Monitor wird die bei Smartphones übliche, starke Komprimierung erkennbar. Bei Tageslicht haben die Fotos kräftige Farben. Bei wenig Licht werden diese blass und auch Aufnahmen bei Kunstlicht sehen eher bescheiden aus und zeigen ein starkes Grieseln, wenn sie am Computer-Bildschirm oder Flat-TV betrachtet werden. Nachtaufnahmen im Freien sind, wie üblich bei Smartphones, kaum zu gebrauchen.

Auffällig ist, das ungewöhnlich viele Fotos, auch bei guten Lichtverhältnissen, leicht unscharf sind. Daran könnte die Auslösetaste der Kamera schuld sein, die etwas zu streng zu drücken geht. Dadurch drückt man genau im Moment der Aufnahme das Handy leicht nach unten.

Bei den 1080p-Videos gibt es dafür kaum etwas auszusetzen. Der Autofokus ist manchmal etwas langsam, wenn auf nahe Objekte fokussiert wird. Ab und zu werden Gesichter in strukturierten Flächen erkannt. Die Videoaufnahmen sind dafür aber flüssig, auch bei Nachtaufnahmen.

Fazit
Es gibt kaum einen Grund, den empfohlenen Verkaufspreis von 549 Euro für das Xperia T zu zahlen, wenn es das Samsung Galaxy SIII bereits ab 480 Euro und das HTC One X ab 465 Euro bei diversen Preisvergleichsportalen gibt. Das macht das Xperia T aber nicht zu einem schlechten Smartphone. Das wuchtige Design ist zwar Geschmackssache, hat aber einen hohen Wiedererkennungswert und die Leistung kann durchaus überzeugen. Wenn man sich für das Xperia T entscheidet, ist es egal, ob man die Bond-Edition von A1 oder die normale Version nimmt - denn wirkliches 007-Feeling kommt bei beiden Modellen nicht auf.

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