Leben
10.07.2018

WM: Wie Aktivisten das Regenbogenflaggen-Verbot in Russland umgehen

Symbolbild © Bild: Getty Images/Pekic/iStockphoto

Weil sie keine Regenbogenfahnen zeigen dürfen, treten sie als bunte Flagge auf - und für Toleranz ein.

Seit 1993 ist Homosexualität in Russland kein Straftatbestand mehr. Schwule, Lesben und Transsexuelle werden gesellschaftlich aber nach wie vor ausgegrenzt. So wurde 2013 etwa ein Gesetz verabschiedet, das homosexuelle Propaganda gegenüber Kindern und Jugendlichen mit Strafen belegt. Es drohen Bußgelder von bis zu 13.000 Euro. Auch das Zeigen der Regenbogenflagge, die symbolisch unter anderem für Toleranz, Akzeptanz und der Vielfalt von Lebensformen steht, ist verboten.

Um dieses Verbot bei der laufenden Fußball-WM in Russland gekonnt zu umgehen, hat sich eine Gruppe von Aktivisten ("The Hidden Flag") etwas Besonderes einfallen lassen. Indem sie die Trikots ihrer Heimatländer überstreifen und sich nebeneinander für Fotos positionieren, werden sie quasi selbst zur Regenbogenflagge. Das berichten unter anderem das deutsche Onlineportal jetzt.de und Buzzfeed.

#HiddenFlag

Wie sie auf ihrer Website berichten, wollen sie als menschliche Fahne durch Russland reisen und gegen die Unterdrückung der LGBTQ-Community zu kämpfen. Unter dem Hashtag #HiddenFlag verbreiten sie Bilder ihr Aktion im Internet.

Anlass für die Initiative ist nicht nur die WM und deren Austragungsort, sondern auch, dass der Fußballevent mit dem Veranstaltungsmonat Gay Pride Month zusammenfällt, der auf der nördlichen Welthalbkugel meist in den Monaten Mai bis August stattfindet. In dieser Zeit feiern Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle den offenen Umgang mit ihrer sexuellen Identität und werben für mehr Toleranz.

Man wolle die Regenbogenflagge "raus auf die Straßen Russland tragen" – "im hellen Tageslicht, vor den russischen Behörden, der russischen Gesellschaft und der ganzen Welt."

Auf der Homepage des Kollektivs, deren Mitglieder aus Spanien, den Niederlanden, Brasilien, Mexiko, Argentinien und Kolumbien kommen, beschreiben diese auch ihre ganz persönliche Motivation. "Ich denke, dass es eine großartige Idee ist. (…) Für mich steht Russland symbolisch für Homophobie, mi einer Regierung, die Diskriminierung gesetzlich schützt, und ein Ort ist, an dem Menschen nicht lieben dürfen, wen sie wollen", schreibt Vanesa Paola Ferrario. "Das Projekt vereint meine Leidenschaften: Aktivismus, meine Reiseliebe und meine Familie (meine Tochter ist Halbrussin)", betont Marta Márquez.